Volvo-Histroy - Jahr für Jahr
Wie alles begann | Volvo - Jahr für Jahr | Modelle - Jahr für Jahr | Produktionstabelle | Allgemeines
20er | 30er | 40er | 50er | 60er | 70er | 80er | 90er | 21.Jh
20er Jahre
1927
Der erste in Serie hergestellte Volvo - der ÖV4
mit dem Spitznamen "Jakob" - verließ das Stammwerk in Göteborg-Hisingen
am 14. April 1927. Eine Epoche in der schwedischen Industriegeschichte hatte
begonnen.
Der ÖV4 basiert auf amerikanischem Design und hatte ein damals hochmodernes
Fahrgestell mit Starrachsen und langen Blattfedern vorn und hinten. Der
Vierzylinder mit einer Leistung von 28 PS bei 2.000 U/min. Die Höchstgeschwindigkeit
betrug 90 km/h, Volvo empfahl jedoch eine Reisegeschwindigkeit von 60 km/h.
Der "Jakob" war mit 20"-Holzspeichen-Artillerierädern
ausgestattet, die Felgen waren abnehmbar. Der offene Fünfsitzer hatte
vier Türen und war auf einem Rahmen von Esche und Birke mit Metall
verkleidet, das Auto hatte jedoch schon Ledersitze.
Das offene Modell kostete 4.800 SEK. Die geschlossene Version (PV4) kostete bei der Markteinführung 5.800 SEK. Der Absatz lief im ersten Jahr schleppend - gerade einmal 297 Modelle wurden verkauft. Gründe für den langsamen Verkauf waren die hohe Qualität und die strikte Überwachung aller von den Zulieferern angelieferten Teile.
1928
Das Interesse an dem geschlossenen Modell erwies sich
schnell größer als erwartet, und der ursprüngliche Plan
von 500 offenen und 500 geschlossenen Autos musste schnell revidiert werden.
Das Modell Volvo Special wurde eingeführt: ein verlängerter PV4
mit längerer Motorhaube, einer stromlinienförmigeren Torpedo-Form,
schmaleren A-Säulen, einer rechteckigen Heckscheibe und serienmäßig
ausgestattet mit Stoßfängern.
Vorderradbremsen waren zu einem Aufpreis von 200 SEK ebenfalls verfügbar.
Volvo stellte noch im gleichen Jahr seinen ersten Lkw vor, den Typ 1. Mehrere
kleine Transporter waren bereits auf dem Fahrgestell des "Jakob"
im Jahre 1927 ausgeliefert worden, und Volvo hatte schon seit 1926 den Lkw-Bau
geplant und entsprechend die ersten Zeichnungen angefertigt
Das Lkw-Projekt war ein sofortiger Erfolg. Lastwagen und später auch
Omnibusse dominierten in den ersten Jahrzehnten von Volvo rein zahlenmäßig
die Fertigung.
1929
Seit dem Bau des ersten "Jakob" hatte Volvo
über die Entwicklung eines Fahrzeugs mit sechs Zylindern nachgedacht.
Die Fertigung der Vierzylinder wurde nach 996 gebauten Autos beendet, die
geplanten 1.000 waren nicht ganz fertig gestellt.
Im April stellte Volvo den Sechszylinder PV651 vor. Die Buchstaben PV stehen
für "PersonVagn" (schwedisch für Personenwagen), die
Zahl 651 bedeutet Sechszylinder, Fünfsitzer und erste Serie.
Der PV651 war länger, breiter und hatte einen stabileren Rahmen als
der ÖV4. Der 650 war das gleiche Modell, jedoch ein reines Fahrgestell
ohne Karosserie. Der leistungsstärkere Motor wurde auf dem Markt gut
aufgenommen - besonders auch von Taxiunternehmen.
In diesem Jahr wurden 1.383 Volvo verkauft. 27 gingen in den Export. In
Schweden erschien die erste Ausgabe eines Magazins für Volvo-Besitzer.
Dieses Magazin trug den Namen "Ratten" (schwedisch für Lenkrad).
Volvo erwirtschaftete auch zum ersten Mal einen bescheidenen Gewinn.
30er Jahre
ZUR FUNKTION KOMMT DIE FORM
Der erste Stromlinienförmige Volvo - der PV36 oder "Carioca"
- erblickt 1935 das Licht der Welt
1930
Nach dem erfolgreichen Einstieg auf den Taximarkt mit dem PV651 war jetzt
der Zeitpunkt da, auch ein größeres Taxi vorzustellen.
Im März kamen die ersten beiden Siebensitzer von Volvo auf den Markt,
die Modelle TR671 und TR672. TR stand dabei für "Transportfahrzeug".
Das Fahrgestell -ansonsten baugleich mit dem des PV650/651 - war verlängert.
Von jetzt ab wird bei der Nomenklatur der Modelle auch ein Unterschied zwischen
Volvo-Personenwagen und Taxis deutlich.
Die Limousinen gehörten zur Serie PV650, die Bezeichnung gibt an, dass
es sich hier um einen Fünfsitzer mit Sechszylindermotor handelt. Die
Taxis gehörten zur Serie TR670, wobei die Ziffern deutlich machen,
dass es sich hier um Siebensitzer handelte.
Im August wurde ein völlig neues Modell - der PV652 - eingeführt,
eine exklusivere Variante des PV651. Die Unterschiede konzentrierten sich
vor allem auf die Instrumentierung und die Vordersitze. Äußerlich
waren auch die hinteren Radläufe verlängert, die abgerundete Form
der Heckscheibe akzentuierter. Unter dem Blech saß jedoch der größte
Unterschied - eine Bremsanlage mit Hydraulik. Auf dem Markt erzielte dieses
Fahrzeug einen Preis von 6.900 SEK.
1930 erwarb Volvo seinen Motorenzulieferer, die Firma Pentaverken im schwedischen
Skövde. Das Unternehmen erwarb auch ein Werk auf der Insel Hisingen
bei Göteborg, das zuvor dem Kugellagerhersteller SKF gehört hatte.
Volvo beschäftigte jetzt mehrere Hundert Autobauer.
1931
Auf Grund der internationalen Rezession war der Fahrzeugabsatz in Schweden
rückläufig. Trotzdem verteidigte Volvo seinen Marktanteil von
8%. General Motors, das für Chevrolet ein Montagewerk in Stockholm
hatte, klagte Volvo an, kein schwedisches Produkt zu bauen. Volvo errechnete
daher, dass durchschnittlich 90% des Verkaufswertes im Lande blieben. Von
diesem Zeitpunkt an warb Volvo für seine Fahrzeuge als "Automobile
aus Schweden".
Im gleichen Jahr kamen die Modelle TR673 und TR674 auf den Markt, Weiterentwicklungen
der früheren TR-Modelle mit längerer, breiterer Karosserie. Volvo
zahlte seinen Aktionären auch zum ersten Mal eine Dividende
1932
Im Januar führten die Techniker bei den Modellen von Volvo wichtige
Veränderungen ein: Der Hubraum wurde auf 3,366 cm3 vergrößert,
was zu einer Leistungssteigerung auf 65 PS und 3.200 U/min führte.
Als Getriebe wurde jetzt ein Vierganggetriebe eingeführt, das im 2.
und 3. Gang synchronisiert war, außerdem hatte das Getriebe eine Freilauffunktion.
Ziel war es, bei Marschgeschwindigkeit den Kraftstoffverbrauch um 20% zu
senken.
Bis Mai hatte Volvo 10.000 Fahrzeuge seit Unternehmensgründung 1927
ausgeliefert. Davon waren 3.800 Automobile (1.000 Vierzylinder und 2.800
Sechszylinder) sowie 6.200 Lastwagen.
1933
Im August kamen der neue PV653 (Standard) und PV654 (de Luxe) auf den
Markt. Ihr Fahrgestell ähnelte dem des PV651/652, jedoch war das Modell
für den Export in die USA durch einen Kreuzträger in der Mitte
verstärkt Die Karosserie war zum ersten Mal ganz aus Metall.
Der Kunde hatte jetzt auch die Wahl zwischen Rädern mit Speichen aus
Holz oder Stahl, die beide abgenommen werden konnten. Die Felgen waren schmaler:
17" verglichen mit den bisherigen 19"-Felgen, was dem Auto eine
modernere Optik mit auf den Weg gab.
Die Instrumente waren direkt vor dem Fahrer zusammengefasst, neu war auch
ein Handschuhfach mit Deckel. Der Motor erhielt eine Fünf-Punktlagerung
und wurde mit Hilfe einer Gummiisolierung vom Fahrgestell getrennt. Ergebnis:
ein sehr viel leiseres Autofahren, da u.a. auch die Spritzwand zwischen
Motor und Fahrgastraum geräuschisoliert war.
Neu waren auch der Vergaser, der Luftfilter und ein Schalldämpfer.
Die Motorleistung selbst blieb unverändert. Äußerlich war
der Unterschied zwischen den Modellen leicht zu erkennen - die Luxusversion
hatte spezielle Heckleuchten und eine Zweitonhupe.
1934
Im Frühjahr stellte Volvo eine neue Serie seiner Siebensitzer-Taximodelle vor - die Modelle TR675-679 ähnelten dem PV653/654 rein äußerlich. Diese Modelle wurden als Fahrgestell mit verschiedener Ausrüstung verkauft, zwei Radstände und verschiedene Längen waren im Programm. Das Verkaufsziel von 3.000 Fahrzeugen für das Jahr 1934 wurde damit fast erreicht. Insgesamt wurden in diesem Jahr 2.984 Fahrzeuge verkauft - davon 775 ins Ausland.
1935
1935 war ein Jahr voller Neuheiten: Die größte Innovation war
der PV36, "der stromlinienförmige Volvo". Das Design des
PV36 trug eindeutig amerikanische Züge. Als Motor kam das gleiche Triebwerk
zur Verwendung wie in den "konservativen" Modellen, das Getriebe
hat jedoch keine Freilauffunktion. Das Auto erhielt eine geteilte Frontscheibe,
Abdeckungen für die Hinterräder, einen integrierten Kofferraum
und einen besonders geräumigen Innenraum. Das Fahrzeug wog 1.660 kg.
Die Ingenieure investierten viel Mühe in den Fahrkomfort, und auch
der Rücksitz war breiter als bei bisherigen Volvo-Entwicklungen. Das
Auto war ein Sechssitzer - mit drei Sitzplätzen vorn und drei im Fond.
Der PV36 wurde als relativ teueres Luxusmodell auf dem Markt eingeführt
und kostete 8.500 SEK. Nur eine Serie von 500 Einheiten war geplant, und
diese Einschätzung erwies sich als richtig, da der Verkauf schleppend
anlief. Der PV36 erhielt den Spitznamen "Carioca", wahrscheinlich
weil der "Carioca" damals ein südamerikanischer Modetanz
war.
Der PV658/659, der Nachfolger des PV653/654, wurde ebenfalls 1935 eingeführt.
Hier war der Kühler modifiziert worden, zum ersten Mal setzte Volvo
beim Design hier auch auf einen Grill vor dem Kühler.
Neue Taximodelle TR701 -704 kamen ebenfalls auf den Markt. Die äußerlichen
Änderungen waren relativ bescheiden, der Motor war jedoch hubraumstärker
und leistete mehr als 80 PS.
Seit 1935 werden Volvo-Aktien an der Stockholmer Wertpapierbörse gehandelt.
1936
Parallel zum PV36 entwickelte Volvo ein weniger komplexes und preisgünstigeres
Modell mit der Bezeichnung PV51, das großes Interesse fand. Obwohl
dieses Auto teuerer war als die meisten Wettbewerber, waren Volvo-Kunden
dennoch bereit, für dieses Auto - das erste "schwedische Volksauto"
- mehr Geld auf den Tisch zu legen, weil diesem Modell der Ruf exzellenter
Qualität vorauseilte. Typisch Volvo.
Der PV51 wies zwar nicht die gleiche mutige Linienführung auf wie der
PV36, aber vom Charakter her waren sich beide Modelle ähnlich. Die
Karosserie war schmaler, die Frontscheibe flach und ungeteilt Heck und Türen
waren praktisch identisch mit denen des PV36, und das Ersatzrad blieb hier
im Kofferraum.
Auch der Motor war baugleich und leistete 86 PS. In Kombination mit dem
Gewicht von 1.500 kg war der PV51 sehr viel schneller als seine Vorgänger.
In bestimmten Bereichen hatte der Volvo jedoch seinem PV51 nur magere Ausstattung
mit auf den Weg gegeben: Das Auto hatte nur einen Scheibenwischer, keine
Armlehnen und z.B. eine einfachere Polsterung.
Trotzdem überzeugte der Preis von 5.800 SEK viele Kunden, und der Absatz
lief gut.
1937
Anfang dieses Jahres wurde der PV52 eingeführt, mit besserer Ausrüstung
als der PV51. Dieses Auto hatte doppelte Sonnenblenden, zwei Scheibenwischer,
eine elektrische Uhr, ein gefedertes Lenkrad, eine Heizung mit Defrosterfunktion,
eine laute Hupe, einklappbare Rückenlehnen, eine Leselampe im Fond
und Armlehnen in sämtlichen Türen.
1937 war für Volvo ein weiteres Rekordjahr: Die Fertigungszahlen kletterten
auf 1.804 Einheiten - in diesem Jahr wurde seit Gründung des Unternehmens
das 25.000ste Auto von Volvo gebaut - ein PV52.
1938
Der PV 51 Special kam im März auf den Markt, gefolgt vom PV52 Special.
Neue Farbtöne waren hellblau, dunkelrot, hellgrün und schwarz
- zusammen mit neuen Interieurfarben.
1938 stellte Volvo auch zum ersten Mal im Herbst ein neues Modellprogramm
vor, und zwar nach amerikanischem Vorbild. Volvo wollte damit deutlich machen,
dass man auch hier "mitzog".
Neu in diesem Jahr waren der PV53 und der PV54 als Standardfahrzeuge und
die Luxusmodelle PV55 und PV56.
Vorn hatten diese Modelle eine schmalere Motorhaube und einen stärker
akzentuierten Grill. Die Scheinwerfer waren länger, die Kühlerfigur
diente auch als Griff der Motorhaube.
Zum ersten Mal wurde ein horizontaler Geschwindigkeitsmesser eingebaut.
Für Taxiunternehmer stellte Volvo die Modelle PV801 (mit Trennscheibe)
und PV802 (ohne Trennscheibe) vor.
Dieses Modell war auch als Fahrgestell (PV810) verfügbar, dann mit
noch längerem Radstand.
Dieses Modell hatte eine geschwungene Linienführung und eine moderne
keilförmige Front. Beide Modelle boten acht Sitzplätze (Fahrer
und sieben Passagiere - drei davon auf Klappsitzen).
1939
Mit Kriegsbeginn war Kraftstoff Mangelware geworden. Eine Alternative
zu Benzin war die Herstellung von Gas mit Hilfe von Holzkohle. Volvo hatte
bereits begonnen, im Frühjahr dieses Jahres Holzgasaggregate zu bauen,
so dass man gegenüber dem Wettbewerber einen Vorteil hatte.
Der Verkauf dieser Fahrzeuge mit Holzgasaggregat startete sechs Wochen bevor
andere Wettbewerber nachzogen.
Das Management von Volvo entschied auch, mit dem Bau eines Nachfolgers des
PV53-56 zu beginnen. Ursprünglich war der Fertigungsbeginn für
September geplant, aber auf Grund des Kriegsbeginns lief die Fertigung nicht
an, weil Privatpersonen Autofahren untersagt wurde.
40er Jahre
DER VOLKSWAGEN
1944 stellte Volvo das Erste Modell des Typs PV444 vor - dieses Modell
blieb - in modifizierter Form - 20 Jahre in Produktion
1940
Der Zweite Weltkrieg verursachte rückläufige Absatzzahlen für
Volvo von 7.306 Fahrzeugen vor dem Krieg auf nunmehr 5.900. Grund dafür
war die Rationierung von Benzin, aber auch Materialmangel, nicht zuletzt
bei Reifen.
Assar Gabrielsson notierte in seinem Tagebuch Folgendes: "Dann kam
der Krieg, und die Situation änderte sich über Nacht. Der Absatz
fiel fast sofort in den Keller, und diejenigen Kunden, die am lautesten
nach Auslieferung gerufen hatten, bestellten jetzt ihre Fahrzeuge ab."
Die rückläufigen Zahlen im Pkw-Verkauf wurden zwar in gewisser
Weise durch neue Geschäftsbereiche für die schwedischen Streitkräfte
ausgeglichen - die Konstrukteure von Volvo waren voll damit beschäftigt,
Holzgasaggregate und Spezialfahrzeuge für die Streitkräfte zu
bauen. Beispielsweise wurde auch ein Geländefahrzeug mit entwickelt.
Im ersten Kriegsjahr verkaufte Volvo 7.000 Holzgasaggregate, die meisten
davon an die Streitkräfte, aber auch Privatpersonen erwarben diese
Antriebsaggregate.
Die Fertigung des PV53-56 wurde fortgesetzt, es war jedoch praktisch unmöglich,
Teile aus dem Ausland zu beschaffen.
Einige Fahrzeuge wurden mit dem modifizierten ECG-Motor ausgestattet, dabei
steht das G für Gas (Holzgas). Der Motor leistete 50 PS.
1941
Der Nachfolger der Modelle PV53-56 war der PV60, ein größeres
Fahrzeug im amerikanischen Stil. Die Auslieferung war für Anfang Mai
1940 vorgesehen, musste jedoch verschoben werden. Trotzdem fertigte Volvo
mehrere Prototypen an, deren Karosserie in mehrfacher Weise weiterentwickelt
wurde.
Am 6. September lieferte Volvo sein 50.000stes Auto aus.
Angesichts der politischen Lage überrascht es wahrscheinlich kaum,
dass das Jubiläumsfahrzeug ein Lkw war.
Im gleichen Jahr erwarb Volvo die Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen
Svenska Flygmotor AB.

Geplant war der Auslieferungsbeginn des Volvo PV60 1941.
1942
Zwischen 1942 und 1943 wurden vier weitere Prototypen des PV60 gebaut:
Die hinteren Türen wurden an der B-Säule aufgehängt, die
Nabenabdeckungen waren relativ klein. Volvo wollte diese Planungen rechtzeitig
zum Kriegsende abgeschlossen haben.
Aber auch die Pläne eines weiteren kompakteren Autos nahmen Form an:
Das Management von Volvo stellte ein Team von 40 Ingenieuren zusammen, die
für die Nachkriegszeit ein kleines Auto entwickeln sollten.
Volvo erwarb das Unternehmen Köpings Mekaniska Verkstad AB, das von
Anfang an das Unternehmen mit Zahnrädern und Getrieben beliefert hatte.
Das Stammkapital von Volvo wurde auf 37,5 Mio.SEK angehoben
1943
Die Planung für die Nachkriegszeit war jetzt abgeschlossen: Die Markteinführung
des neuen Kompaktmodells mit der Bezeichnung PV444 war für Herbst 1944
vorgesehen. Bereits jetzt wusste Volvo, dass dieses Modell einmalig sein
würde: es kombinierte amerikanisches Design mit europäischen Abmessungen.
Dieses Konzept sollte sich als hervorragend erfolgreich erweisen. Volvo
entschied auch, den PV444 mit Vierzylindermotor und Hinterradantrieb auszustatten.
In Europa zog sich der Krieg in die Länge, und Volvo fertigte weitere
Holzgasaggregate und Spezialfahrzeuge für die Streitkräfte parallel
zur eigenen Entwicklung und Designprojekten
1944
Zu Beginn des Frühjahrs wurden weitere Prototypen des PV444 fertig
gestellt. Das Design der Karosserie war eindeutig von amerikanischen Trends
beeinflusst, und Volvo war sich darüber im Klaren, dass diese unkonventionelle
Karosserie ganz aus Stahl in Schweden neue Maßstäbe setzen würde.
Der Motor - ein kurzhubiger Vierzylinder -war besonders sparsam und leistete
40 PS. Der Motor erhielt die Bezeichnung B4B und war der kleinste Motor,
den Volvo je entwickelt hatte - der erste mit obenliegenden Ventilen. Das
Getriebe war ein 3-Gang-getriebe, die beiden größten Gänge
waren synchronisiert.
Das Fahrzeug war auch mit einer Weltpremiere im Bereich der Sicherheit ausgerüstet
- der Verbundglas-Frontscheibe.
Der PV444 wurde zum ersten Mal auf der großen Volvo-Ausstellung in
Stockholm im September des Jahres gezeigt und fand enormes Aufsehen. Während
der 10-tägigen Ausstellung strömten mehr als 150.000 Besucher
durch die Halle, um das Wunderauto zu sehen.
Einen Tag vor Ausstellungsbeginn kündigte Volvo den Preis des PV444
an - 4.800 SEK. Ein hochinteressanter Preis - in der Tat der gleiche, den
der ÖV4 17 Jahre zuvor gekostet hatte! Während und in den Tagen
nach der Ausstellung gingen bei Volvo 2.300 Bestellungen ein. Das Interesse
am PV444 war so enorm, dass Kunden bereit waren, das Doppelte und mehr für
Vorverträge zu zahlen. Es sollte jedoch noch bis 1947 dauern, bis die
Auslieferung des PV444 begann.
Die letzte Version des PV60, die ebenfalls auf der Stockholmer Ausstellung
gezeigt wurde, war im Grunde eine Weiterentwicklung der Vorkriegsmodelle.
Das Auto galt als solide, aber wenig aufregend, der Absatz lief jedoch besser
als erwartet.
Insgesamt wurden 3.000 PV60 und 500 PV61 - Letzteres war das Fahrgestell
des gleichen Modells - hergestellt.

Der Preis des neuen Volvo betrug bei der Markteinführung 4.800
SEK.
1945
Nach der so erfolgreichen Markteinführung des PV444, erlitt Volvo einen schweren Rückschlag. In der Metallindustrie brach ein langer Streik aus. Volvo musste die Planung für den schnellen Fertigungsbeginn zurückstellen. Trotzdem wurden zwei fahrfertige PV444 fertig gestellt, und zusammen mit den Prototypen konnte Volvo mit den Tests beginnen. Eines dieser Fahrzeuge wurde mehrere Wochen lang auf unbefestigten schwedischen Straßen von Skäne in Südschweden bis nach Kiruna im Norden gefahren. Benzin war immer noch rationiert, aber Volvo erhielt eine Spezialerlaubnis, um für diese Testfahrten Benzin zu kaufen. Insgesamt legten die Testfahrzeuge 30.000 km zurück und die Leute verdrehten sich nach dieser "Schönheit" den Kopf - die Händler starteten die Werbekampagne für das neue Fahrzeug
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Die Schweden stürmten auf die Straße, um während der Testfahrten
1945 einen Blick des neuen PV444 zu erhaschen
1946
Die Nachwirkungen des Streiks in der Metallindustrie behinderten die Planung
von Volvo für den vollen Produktionstakt.
Die Fertigung des PV60 lief in bescheidenem Umfang an, aber Volvo konzentrierte
sich darauf, den PV444 auf den Markt zu bringen.
Es galt, Stahl für die Karosserien zu besorgen, und Volvo wandte sich
an Zulieferer in den USA, jedoch erfolglos. Erst als Volvo-Chefingenieur
Karl Lindblom einen Vorführwagen mit in die USA nahm, tauten die Stahlproduzenten
auf.
Der Fertigungsbeginn war für 1947 geplant - fast drei Jahre nach der
Unterschrift unter die ersten Kaufverträge auf der Stockholmer Ausstellung.

Der PV444: Der erste Volvo den sich der Mann auf der Straße leisten
konnte.
1947
Zu Beginn des Jahres stellte Volvo eine Testserie von zehn PV444 fertig,
um die Tauglichkeit der in Serie gebauten Modelle zu überprüfen.
In gewisser Hinsicht wichen diese Fahrzeuge von den ursprünglichen
Prototypen ab: Die Heckleuchten waren modifiziert, früher waren sie
rund, jetzt jedoch um die Seiten herum gezogen. Die Fahrtrichtungsanzeiger
waren in die B-Säulen integriert, kleine 444-Embleme seitlich an der
Motorhaube angebracht. Die Serienproduktion lief im Februar an. Zu diesem
Zeitpunkt hatte Volvo bereits 10.181 der ursprünglich 12.000 geplanten
Autos verkauft.
Der Fertigungstakt war anfangs gering, und es sollte noch einige Zeit dauern,
bis der PV444 auf schwedischen Straßen häufiger zu sehen war.
Die ersten 2.300 verkauften Fahrzeuge brachten auch keine Gewinne ein. Es
galt immer noch der Preis von 4.800 SEK von der Stockholmer Ausstellung,
obwohl der tatsächliche Preis auf 8.000 SEK gestiegen war. 20 Jahre
nach seiner Gründung war Volvo jetzt ein großer Konzern mit einem
Umsatz von 112 Mio.SEK und fast 3.000 Mitarbeitern. Das Kriegsende bewirkte
eine enorme Nachfrage nach Kraftfahrzeugen, und der Absatz von Volvo verdoppelte
sich. In nur wenigen Jahren versechsfachte sich der Absatz von Omnibussen
1948
Volvo produzierte jetzt mehr Autos als je zuvor: Fast 3.000 Autos gingen
in Göteborg vom Band, mehrere Hundert davon waren PV444. Der Fertigungstakt
des PV60 wurde ebenfalls schrittweise hochgefahren, und die Taxis der Serie
800 wurden immer noch gebaut.
Der Verkauf des PV444 musste zeitweilig eingestellt werden, um die Nachfrage
der Taxiunternehmen zu erfüllen.
1949
1949 war das erste Jahr seit Unternehmensgründung 1927, in dem Volvo mehr Automobile herstellte als Lastwagen und Omnibusse. In der 30er Jahren war der Pkw-Verkauf eine Ergänzung des Lkw-Verkaufs gewesen, die Wende war jedoch jetzt erreicht.
50er Jahre
MODERNE ZEITEN
Die 50er Jahre - das Jahrzehnt des Volvo 544 und des Amazon - oder Volvo
P12, wie dieses Fahrzeug außerhalb von Skandinavien hieß.
1950
Anfang der 50er Jahre konzentrierte sich Volvo darauf, die Fertigungskapazität
seines PV444 auszubauen. Im September stellte das Unternehmen die B-Serie
des PV444 vor, die als Standard und Special verfügbar war. Der Special
hatte praktisch die gleiche Ausstattung wie der PV444AS. Auf den ersten
Blick fielen die neuen Stoßstangen ins Auge, aber auch im Innenraum
gab es zahlreiche Verbesserungen: Die Armaturentafel wurde modernisiert
- an die Stelle des gelegentlich schwer abzulesenden Geschwindigkeitsmessers
trat ein rundes Instrument. Auch die Sitze waren komfortabler geworden,
der alte Anlasserschalter fiel weg, und man startete den Motor jetzt mit
Hilfe eines Zündschlüssels.
Besonders auffällig war natürlich auch die T-förmige Fahrtrichtungsanzeige
auf dem Dach des Fahrzeugs. Wenn der Fahrer abbiegen wollte, wurde ein blaues
Licht eingeschaltet, und an der Seite des Fahrzeugs begann eine orange Leuchte
zu blinken.
Volvo bezeichnete diese Technik als "Fixlight".
Der Kundenwunsch nach einem separaten Fahrgestell für den PV444 von
Kunden, die ihre eigene Karosserie, Transporter oder leichte Lastwagen darauf
aufbauen wollten, führte Volvo dazu, einen Rahmen in Fachwerkkonstruktion
mit stabilen Kreuzträgern zu entwickeln. Radstand und Spur entsprachen
dem PV444. Diese Fahrgestellentwicklung erhielt die Bezeichnung PV445 und
wurde in die Länder Brasilien, Uruguay und Peru ausgeliefert, aber
auch in Schweden verkauft.
Volvo stellte im Herbst neue Taxis der Serie 800 vor - die Modelle PV831/832.
Sie erhielten eine "amerikanische" Front und hatten fünf
aufrechte "Zähne" zwischen den vorderen Trägern. Der
PV833 und 834 waren als Fahrgestell weiterhin im Programm und dienten als
Grundlage für Rettungswagen, Transporter und leichte Lastwagen

"Suggan" (oder "Sau" auf deutsch) war der Spitzname
des PV831 - einem extrem zuverlässigen, robusten Taxi, das bis in die
70er Jahre hinein in Schweden Dienst tat.
1951
Das B-Modell des PV444 wurde durch das C-Modell ersetzt, obwohl die Veränderungen
minimal waren. Um die 1.500 Fahrgestelle des Typs PV445 voll nutzen zu können,
die bereits gebaut waren, entschied sich Volvo, eine Kombikarosserie zu
entwickeln. Die Form dieser Karosserie sollte später als Volvo Duett
einen Siegeszug antreten, die Karosserie wurde im schwedischen Olofström
gebaut.
1 951 war ein erfolgreiches Jahr, der Gesamtumsatz von Volvo betrug 310
Mio.SEK. Die Gießerei im schwedischen Skövde, wo die Motoren
gebaut wurden, wurde erweitert, neue Montagestraßen wurden in Göteborg
in Betrieb genommen
1952
Im Januar verließ der 25.000ste PV444 das Volvo-Werk auf der Insel Hisingen bei Göteborg. Die Modelle PV444D und DS erhielten eine leistungsfähigere Lichtmaschine, modifizierte Lenkung und waren auf Wunsch auch mit spezieller Heizung verfügbar. Das viel debattierte "Fixlight" verschwand in der Versenkung und wurde von seitlichen Blinkern abgelöst. Gustaf Larson verließ seine Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und technischer Direktor und ging in den wohlverdienten Ruhestand. Er blieb Volvo jedoch noch mehrere Jahre lang als Berater erhalten.
1953
Der PV444 war nun auch in dunkelrot und mit beigen Sitzbezügen verfügbar:
Der Preis betrug 1 0.860 SEK für das Standardmodell und 11.415 für
den Special (mit Felgen aus Edelstahl, doppelten Sonnenblenden, Zigarettenanzünder,
Haltegriffen und Dekorauflagen aus Edelstahl auf den Kotflügeln).
Der PV444E/ES hatte im April Premiere: Dieses Fahrzeug war in Perlgraulackierung
verfügbar -eine hellere Variante der serienmäßigen grauen
Lackierung, die zusammen mit dem Farbton schwarz die Serienfarbe für
den 444 gewesen war. Der Preis wurde gesenkt - und Volvo konnte in diesem
Jahr seinen Fertigungstakt fast verdoppeln.
Der PV444 war 1953 Bestseller in Schweden. Im Sommer kam der erste Kombi-Duett
auf den Markt. Der Name Duett symbolisiert das Volvo-Konzept von "zwei
Autos in einem" - ein Auto für die Arbeit und eins für die
Freizeit.
Noch im gleichen Jahr präsentierte Volvo ein Luxusmodell des PV831
- das Modell Disponent (Präsident). Dieses Fahrzeug war als repräsentatives
Auto konzipiert und erhielt eine Luxusinnenausstattung mit hellgrauem Material
und grauen Edelvelour-teppichen. Zur Serienausstattung gehörten ein
Radio und Lautsprecher, eine Uhr und zwei Zigarettenanzünder für
die Passagiere im Fond. Dieses Fahrzeug war auch in blau oder dunkelrot
verfügbar.

Das Volvo-Werk auf der Insel Hisingen bei Göteborg in den 50er Jahren.
1954
Die Pläne von Volvo für den Bau eines zweisitzigen Sportwagens
lösten große Überraschung aus. Letztendlich hatte sich Volvo
als Hersteller guter, stabiler, aber mitunter auch etwas langweiliger Autos
einen Namen gemacht. Trotzdem stellte Volvo im Juni drei Prototypen des
Sportwagens aus Glasfiber mit Sicherheitsreifen vor. Dieses Auto erhielt
die Bezeichnung Volvo Sport und war vor allem für den Export vorgesehen.
Die Prototypen traten eine PR-Reise durch ganz Schweden an, und die Strapazierfähigkeit
der Reifen wurde vorgeführt, indem diese über ein Nagelbrett gefahren
wurden. Das Publikum war buchstäblich "aus dem Häuschen".
Im November stellte Volvo eine weitere Neuheit vor, die die Motorwelt in
Schweden im Sturm eroberte.
Die fünfjährige Motorschadengarantie wurde eingeführt: Dabei
verpflichtet sich Volvo dazu, alle Reparaturkosten zu übertragen, die
innerhalb von fünf Jahren die Kosten einer Unfall- oder Schadensreparatur
um 200 SEK übersteigen.
Diese Garantie war im Preis des Neufahrzeugs bereits enthalten, und da Volvo
seine Preise 1953 gesenkt hatte, war dieses Angebot eindeutig ein Wettbewerbsvorteil.
Die schwedische Aufsichtsbehörde für Versicherungsgesellschaften
war der Meinung, dass diese Garantie im Grunde genommen eine Versicherung
war und verlangte die gerichtliche Klärung. Dies war der Beginn eines
vierjährigen Prozesses, aus dem Volvo schließlich als Gewinner
hervorging.
Im Dezember stellte Volvo den PV444H/HS vor - die Veränderungen waren
umfangreicher als bei den vorigen Modellwechseln. Die Frontscheibe war größer,
die A-Säulen rückten enger zusammen, die Heckscheibe war breiter,
und das Ersatzrad stand jetzt aufrecht im Kofferraum und lag nicht länger
auf dem Kofferraumboden. Auch ein Exportmodell wurde entwickelt, das etwas
weniger umfangreich ausgerüstet war, um auf bestimmten Exportmärkten
konkurrieren zu können

Der Volvo Duett war ein Auto, das praktisch für alle Zwecke eingesetzt
werden konnte. Es war der erste Volvo der einem Kombi ähnelte.
1955
Der Volvo Sport absolvierte in Schweden ein hartes Testprogramm. Der Motor
war ein B1 4A mit zwei Vergasern und leistete 70 PS, andere Komponenten
stammten aus dem PV444. Nach dem Volvo Sport bestand in Schweden nur geringe
Nachfrage, es wurden jedoch 67 Autos hergestellt und die Produktion dann
innerhalb eines Jahres wieder eingestellt.
Volvo gab auf dem Markt in den USA sein Debüt - dem Heimatland des
Automobils -und bot dort den PV444 an. Kritiker waren der Meinung, dass
dieses Projekt so ausweglos sei "wie der Absatz von Kühlschränken
an Eskimos".
Vor den Toren von Göteborg mietete Volvo eine Waldfläche von 35.000
m2 an, wo eine permanente Testanlage entstand.

Eine Schönheit aus Kunststoff - aber die Produktion wurde nach nur
67 Modellen eingestellt.
1956
Die wichtigste Neuheit dieses Jahres war der Volvo 120, der in Skandinavien
die Bezeichnung "Amazon" hatte. Dieses Modell war das Ergebnis
einer Vorstudie, bei der Volvo verschiedene Varianten ausgewertet hatte.
Der Volvo 1 20 kam als Viertürer auf den Markt und war auf den ersten
Blick durch seinen geteilten Grill, die gewölbte Ponton-Karosse und
die großen Räder zu erkennen.
Die Karosserie war eine komplett geschweißte Konstruktion, die Volvo
auch sorgfältig vor Korrosion geschützt hatte. Die Instrumentierung
war neu und im Vergleich zu Vorgängermodellen anders.
Auch der Motor war eine neue Konstruktion, der B16A leistete 60 PS. Zum
ersten Male bot Volvo dieses Modell auch in zweifarbigen Kombinationen an.
Der Preis betrug 12.600 SEK.
Dieses Fahrzeug hieß ausschließlich in Skandinavien "Amazon",
da ein europäischer Motorradhersteller sich diese Bezeichnung hatte
schützen lassen. Außerhalb von Skandinavien trug der "Amazon"
die Bezeichnung 121 oder 122S als Sportmodell.
Im Januar wurde der 100.000ste Volvo PV444 hergestellt, im Frühjahr
des Jahres präsentierte Volvo seinen 444 auch auf der New Yorker Automobilausstellung.
Bis zum Sommer hatte Volvo ein Händlernetz von einhundert amerikanischen
Händlern aufgebaut, und in den USA verkaufte sich das schwedische Auto
mit spezieller weißer Lackierung und hellgelben/ schwarzen Sitzpolstern
und schwarzem Lenkrad sehr gut.
Eine dritte Version des Volvo Duett - der 445H Kombi - kam auf den Markt.
Assar Gabrielsson zog sich in den Ruhestand zurück und seine Nachfolge
trat der bisherige Chef von Volvo Aero, Gunnar Engellau, an.

Der Volvo 120, in Skandinavien als "Amazon" bekannt
1957
Das Management von Volvo entschied sich, international in die Offensive
zu gehen. Der Einstieg auf dem amerikanischen Markt war unglaublich wichtig.
Die Fertigung des Amazon lief 1957 an. Gerade auch in die Sicherheitstechnologie
dieses Fahrzeugs hatte Volvo viel Geld und Mühe gesteckt. Die obere
Hälfte der Armaturentafel war "gepolstert". Sicherheitsgurte
vorn waren serienmäßig.
Der Volvo PV444 erhielt den gleichen Motor wie der Amazon, den B16, und
der Grill mit seinem goldenen V-Emblem wurde auch für dieses Fahrzeug
mit eingeführt.
Zwischen 1950 und 1957 stellte Volvo mehr als 4.000 Taxis her, und an schwedischen
Taxiständen herrschte fast totale Dominanz der großen schwarzen
Volvos.
Das Unternehmen hatte jetzt 13.000 Mitarbeiter, mehr als 50.000 Fahrzeuge
wurden hergestellt.
1958
Im August stellte Volvo eine echte Überraschung vor - den PV544,
eine Entwicklung des PV444 in modernerem Design. Kenner der Branche waren
der Meinung gewesen, der PV444 würde nach Markteinführung des
Amazon aus dem Modellprogramm gestrichen, aber trotz seiner traditionellen
Optik war das Auto unter dem Blech weiterhin eine moderne Konstruktion,
die gutes Fahrverhalten und gute Fahrleistungen bot.
Die Frontscheibe des 544 war größer, nicht geteilt und etwas
konvex.
Die Heckscheibe war ebenfalls erheblich größer.
Auch die Heckleuchten waren vergrößert, die Armaturentafel hatte
den gleichen waagerechten Geschwindigkeitsmesser wie im Amazon.
Der 544 stand in vier Modellen mit verschiedenen Motoren und Ausrüstung
zur Verfügung.
Der Umsatz von Volvo übertraf zum ersten Mal 1.000 Mio.SEK, und mehr
als 1 00.000 Fahrzeuge gingen in den Export.

Es sollte nicht lange dauern, bis der Volvo Amazon den Absatz des PV544
übertraf.
1959
Der Amazon und PV544 wurden vorn mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausgestattet,
was bedeutete, dass Volvo weltweit der erste Automobilhersteller war, der
seine Fahrzeuge mit diesem lebensrettenden Rückhaltesystem ausstattete.
Der Volvo 1 22S und PV544 wurden im April in den USA eingeführt.
Im November begannen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen Autowerks
in Torslanda vor den Toren von Göteborg. Volvo erwarb ein Gelände
von 4.000.000 m2 und begann zunächst mit dem Bau von Straßen.
In diesem Jahr wurden 39.01 6 Volvo-Pkw in Schweden zugelassen, der höchste
Wert, den eine einzelne Marke bis dahin erzielt hatte.
60er Jahre
REVOLUTION!
Ein völlig neues Modell - ein Sportwagen - der Volvo 1800
1960
Auf der internationalen Automobilausstellung in Brüssel präsentierte
Volvo im Januar ein völlig neues Automobil: einen Sportwagen. Der P1800
wurde einem interessierten Publikum zum ersten Mal live vorgestellt. Volvo
hatte zwar im Jahr zuvor ein Pressefoto des Erlkönigs frei gegeben,
aber jetzt war in Brüssel der zweisitzige Sportwagen mit völlig
neuem Motor zu sehen - der Motor betrug die Bezeichnung B18B. In den ersten
Jahren wurde dieses Fahrzeug in England endmontiert, da Volvo in seinem
ausgelasteten Werk auf der Insel Hisingen bei Göteborg nicht über
ausreichende Kapazität verfügte.
Der PV544 und der Amazon wurden mit neuen Getrieben ausgerüstet, die
Sitze waren eine neue Konstruktion und an der Rückenlehne ausgeschnitten,
damit die Passagiere im Fond mehr Kniefreiheit genießen.
Volvo gründete seine eigene Versicherung - Volvia. Volvo-Kunden konnten
jetzt nach Ablauf der PV-Versicherung bei Volvia ihre Versicherung verlängern.
Der Volvo Duett wurde mit einer gewölbten Frontscheibe aus einem Stück,
einem Vierganggetriebe und einer neuen Armaturentafel verbessert. Sicherheitsgurte
waren jetzt serienmäßig. Gleichzeitig lief die Produktion des
Duett aus, und das neue Modell mit der Bezeichnung P210 hatte Produktionsstart.
Die jährlichen Produktionszahlen erreichten jetzt 80.000 Einheiten.

Der Volvo 1800 - ein Sportwagen auch für komfortables Reisen und eine
der Hauptattraktionen der Fernsehserie "The Saint" in der Roger
Moore sehr zum Ärger der britischen Automobilindustrie einen weißen
P1800 fuhr. Roger Moore fuhr auch viele Jahre hindurch privat einen P1800
1961
Im Mai begann die Produktion des P1800.
Der Volvo PV544 und der Amazon wurden mit dem leistungsfähigen B18-Motor
mit doppeltem Vergaser ausgerüstet, der dem PV544 Sport eine Höchstleistung
von 90 PS verlieh. Beide Fahrzeuge hatten auch eine 12-Volt-Bordelektrik
und asymmetrische Scheinwerfer. Die neuen Farben für den Herbst waren
hellbraun, hellgrün, rot, blau und hellgrau.
Im Oktober kam der Volvo Amazon 1 21 auf den Markt.
Dieses zweitürige Fahrzeug wurde ausschließlich in Schweden,
Norwegen und Dänemark verkauft.
1962
Die Baureihe Amazon wurde um einen viertürigen Kombi erweitert. Das
Heck des Fahrzeugs wurde neu konstruiert und mit einer horizontal geteilten
Heckklappe ausgestattet, die in eine obere und untere Klappe geteilt war.
Der Kombi wurde mit dem B18A-Motor und Vierganggetriebe ausgerüstet.
Der Preis betrug 1 4.475 SEK.
Im Februar hatte Volvo insgesamt 100.000 Amazon hergestellt
1963
In diesem Jahr gab es nur wenige echte Produktneuheiten. Der Amazon erhielt
Niederquerschnittsreifen, der 1800 einen stärkeren Motor mit 108 PS.
Volvo erkannte, dass in Nordamerika ein Endmontagewerk und der Komponentenbau
notwendig waren, und daher eröffnete Volvo in Halifax sein erstes Montagewerk
im Ausland. Die Komponenten wurden in kompletten Sätzen nach Halifax
geliefert. Dort wurden jedes Jahr mehrere Tausend Fahrzeuge endmontiert.
Die USA waren mit Abstand der größte Exportmarkt für Volvo.
Volvo war in diesem Jahr in den USA beim Import der viertgrößte
Hersteller.
Der Umsatz des Volvo-Konzerns übertraf 2.000 Mio.SEK, der Konzern beschäftigte
jetzt mehr als 20.000 Mitarbeiter.
1964
Volvo eröffnete am 24. April sein neues Werk Göteborg-Torslanda,
das mit einer Schicht eine Fertigungskapazität von 110.000 Fahrzeugen
pro Jahr hatte, bei eingeschränktem Zweischichtbetrieb eine Fertigungskapazität
von 150.000 Fahrzeugen und bei vollem Zweischichtbetrieb eine Kapazität
von 200.000 Automobilen. Endlich war ein Potenzial für Expansion verfügbar!
Die Fertigung des Amazon lief sofort im neuen Werk an.
Für das Modelljahr 1965 präsentierte Volvo mehrere Neuheiten,
darunter Scheibenbremsen vorn für alle Modelle des Amazon sowie einen
Bremskraftverstärker bei den Kombis. Ein neuer Kühlergrill, neue
Felgen und verchromte Nabenabdeckungen aus Edelstahl gehörten zu den
Exterieurneuheiten.
Volvo präsentierte auch einen neuartigen Vordersitz, den das Unternehmen
zusammen mit Medizinern entwickelt hatte. Dieser Sitz sorgte für die
richtige Sitzposition der Insassen und war von großer Bedeutung für
die Verkehrssicherheit.
1965
Der Amazon belegte in Schweden den Platz Eins der Verkaufsstatistik -
Volvo profilierte den Amazon und den 1800S als Fahrzeuge, die praktisch
kein Öl verbrauchen.
Im August stellte das Unternehmen Modellneuheiten für den PV544 vor,
obwohl bereits die Entscheidung getroffen war, die Produktion des 544 auslauten
zu lassen. Am 20. Oktober verließ das letzte Fahrzeug dieses Typs
das Werk in Göteborg-Lundby, nachdem insgesamt 440.000 Einheiten hergestellt
wurden, davon blieben 280.000 in Schweden, 1 60.000 gingen in den Export.
Nach Auslaufen der Fertigung des 544 präsentierte Volvo ein neues Modell
des Amazon, den Favorit. Der Unterschied zwischen diesen Modellen und dem
serienmäßigen Zweitürer war jedoch nicht besonders auffällig.
Volvo nahm ein weiteres Montagewerk in Genf in Betrieb. So baute Volvo innerhalb
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft eigene Fertigungskapazität
auf. Im ersten Jahr produzierte das Werk Genf ca. 14.000 Automobile.
1966
Im August präsentierte Volvo endlich das Fahrzeug, das die Ingenieure
von Volvo seit Jahren intensiv beschäftigt hatte: Intern trug dieses
Modell den Arbeitsnamen 1400, offiziell hieß das Auto jetzt jedoch
Volvo 144. Dieses Fahrzeug bot wegweisende Sicherheit, war rundherum mit
Scheibenbremsen bestückt, hatte eine geteilte Sicherheitslenksäule
und neue Gurtschlösser für die Dreipunkt-Sicherheitsgurte. Vorn
und hinten hatte das Fahrzeug neuartige Knautschzonen, auch die Türschlösser
waren eine Sicherheitskonstruktion.
Gleichzeitig mit dem 144 wurde auch eine zweigeteilte Sicherheitsbremsanlage
vorgestellt: Das Fahrzeug hatte zwei Bremskreise, falls einer davon ausfallen
sollte, standen noch 80% der Bremsleistung zur Verfügung.
Für den 144 bot Volvo zwei verschiedene Motoren an: Den B1 8A mit 85
PS und Horizontalvergaser und den B1 8B mit 11 5 PS und Doppelvergaser.
Die leistungsstärkere Variante erhielt die Bezeichnung 144S.
Die Serie 140 war gleichzeitig der Beginn einer neuen Nomenklatur für
Volvo-Automobile: Die erste Zahl in der Modellbezeichnung war die Modellreihe,
die zweite Zahl zeigte an, wie viele Zylinder der Motor hatte, und die dritte
Zahl gab die Anzahl der Türen an.
Der Volvo 44 wurde von Medien und Kunden gleichermaßen begeistert
aufgenommen und erhielt noch im gleichen Jahr in Schweden den Titel "Auto
des Jahres".
Volvo führte auch ein Sportmodell des Amazon ein - den 123GT. Der Motor
wurde aus dem 1800 übernommen, das Getriebe war ein Vierganggetriebe
mit Overdrive.
1967
Der Volvo 144 war auf Exportmärkten ein großartiger Erfolg,
und entsprechend optimistisch feierte Volvo sein 40-jähriges Jubiläum.
In den USA erfüllte der 144 die neuen Sicherheitsauflagen noch bevor
diese veröffentlicht worden waren.
Ein 144 kostete in den USA in Standardausführung 2.995 Dollar.
Im Juni präsentierte Volvo den Zweitürer, den 142S. Dieses Fahrzeug
war etwas leichter (und preisgünstiger) als der Viertürer.
Der Kombi Volvo 145 kam noch im gleichen Jahr ebenfalls auf den Markt. Technisch
gesehen waren diese Fahrzeuge praktisch identisch. Die Heckklappe war aus
einem Teil hergestellt und öffnete sich nach außen mit Scharnieren,
die im Dach des Fahrzeugs aufgehängt waren. Nun hatte Volvo drei Kombis
im Programm - den P210 Duett, den Amazon/221 Kombi und den Volvo 145.
Der Amazon erhielt jetzt eine geteilte Lenksäule und ein neues Sicherheitslenkrad,
das im Falle eines Aufpralls kontrolliert nachgab. Alle Modelle hatten jetzt
einen Bremskraftverstärker.
Ab Herbst erhielten die Fahrzeuge mit Doppelvergaser für den amerikanischen
Markt auch ein System für die Abgaskontrolle.
Die Fertigung des viertürigen Amazon lief Ende des Jahres aus - der
Volvo 144 war sein würdiger Nachfolger.

Der Volvo 142, 1967.
Volvo Automobile werden in der Wüste und in arktischer Kälte gestestet
1968
Volvo stellte den 164 vor - eine Prestigelimousine mit exklusiver Polsterung
und Servolenkung. Der Sechszylinder leistete 145 PS, der Innenraum war noch
luxuriöser als der der Serie 140. Die Front des Fahrzeugs wurde verlängert,
um den großen Motor unterbringen zu können.
Der Volvo 164 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h und
kostete in Grundausstattung 25.500 SEK.
Ein Spezialmodell für Taxiunternehmer wurde ebenfalls auf den Markt
gebracht -der Volvo 144 Taxi. Dieses Fahrzeug war in den Farben schwarz
oder weiß lieferbar und serienmäßig mit Automatik ausgerüstet.
Der Innenraum war speziell entsprechend der Wünsche der Taxiunternehmer
angepasst.
Im August präsentierte Volvo den Motor B20 im Amazon und in der Serie
140. Dieser Motor war eine Weiterentwicklung des B18 mit höherer Leistung
und höherem Drehmoment.
Der B20B hatte die gleiche Abgaskontrolle wie in den Fahrzeugen, die Volvo
im Jahr zuvor für den Markt in den USA geliefert hatte. Der Amazon
erhielt die gleiche Zweikreis-Bremsanlage wie die Serie 140. Das Modell
123GT war für den schwedischen Markt nicht länger verfügbar,
und im gleichen Jahr erzielte die Serie 140 neue Verkaufsrekorde.
In Schweden war dieses Fahrzeug der absolute Bestseller, in Großbritannien
steigerte Volvo seinen Absatz um 70%. In Malaysia öffnete ein neues
Endmontagewerk mit einer Kapazität von 2.500 Fahrzeugen pro Jahr seine
Tore.

Der Volvo 164: Ein souveränes Geschäftsfahrzeug mit Sechszylinder
und Ledersitzen. Vorstandsvorsitzender Gunnar Englau von Volvo hier bei
einem Besuch im Werk Göteborg-Torslanda
1969
Im Februar wurde der letzte Duett gebaut - das Fahrzeug war bereits zu
einer Legende geworden, und Volvo hatte damit erfolgreich seinen Einstand
im Kombi- und Transporterbereich gegeben.
Der Volvo 145 Express - ein Kombi mit Hochdach - wurde als Nachfolger eingeführt.
Gleichzeitig nahm Volvo den Kombi der Baureihe Amazon aus der Produktion.
Im Herbst verzeichnete die neue Serie 140 einige Modifikationen, u.a. Kopfstützen
für die Vordersitze, Sicherheitsgurte für die drei Insassen im
Fond und eine elektrisch beheizte Heckscheibe.
Die Neuheiten für den Amazon waren jedoch begrenzt - allein der Zweitürer
wurde mit zwei Motoralternativen weitergebaut. Volvo begann mit den Planungen
für eine neue Testanlage in Hällered östlich von Göteborg.
Das erworbene Gelände war 6 Millionen m2 groß, und die Arbeiten
wurden dort 1972 abgeschlossen.
Volvo erwarb das Unternehmen Svenska Stälpressnings AB in Olofström,
das seit 1927 Volvo-Karosserien hergestellt hatte.

Der Volvo 145 verstärkte das Image von Volvo als Hersteller qualitativ
hochwertiger Kombis.
70er Jahre
110% VOLVO
Der Beginn der 70er Jahre war für Volvo ein goldenes Zeitalter -
Volvo verzeichnete einen Absatzrekord nach dem anderen und überlebte
damit die erste und die zweite Ölkrise trotz der Marktturbulenzen
unangefochten.
1970
Nach 14-jähriger Produktion und insgesamt 667.323 gebauten Autos
lief die Fertigung des Volvo Amazon (Volvo 120) nach den Werksferien im
Sommer aus. Der Volvo Amazon war ein hervorragendes Beispiel für die
Philosophie von Volvo für den Bau zuverlässiger Automobile, die
viele Jahre lang hergestellt werden können und auf diese Weise die
Investitionen in Sicherheits- und Qualitätsentwicklung tragen helfen.
Die für den Volvo 140 im Jahre 1970 eingeführten Verbesserungen
waren geringfügig - u.a. ein neu entworfener Grill mit diagonalem Träger.
In diesem Jahr übertrafen die Produktionszahlen von Volvo seit Unternehmensgründung
2 Millionen Automobile.
1971
Neuer Wind in den Segeln des Unternehmens: Der Absatz stieg
im zwanzigsten Jahre nacheinander, insgesamt baute Volvo in diesem Jahr
214.000 Automobile.
In Skandinavien stieg Volvo zur größten Automarke auf, und in
Großbritannien steigerte Volvo seinen Absatz um fast 50 Prozent.
Der leistungsstärkste Standard-Volvo, den das Unternehmen je gebaut
hatte, wurde vorgestellt - der Volvo 164 E. Der Motor war mit elektronischer
Kraftstoffeinspritzung ausgestattet und leistete 175 PS.
Auch eine neue Version des 1800 kam 1971 auf den Markt - das so typische
Heck dieses Fahrzeugs unterstrich den sportlichen Charakter dieses Modells.
Pehr G. Gyllenhammar trat die Nachfolge von Gunnar Engellau als Vorstandsvorsitzender
des Konzerns an.
Zum ersten Male waren auch Mitarbeiter im Aufsichtsrat vertreten
1972
"Wir brauchen auch ein kleineres Auto" - diesen Wunsch trugen
Volvo-Händler dem Unternehmen immer häufiger vor. Dies war deshalb
auch einer der wichtigsten Gründe, weshalb Volvo eine Beteiligung von
33% an der Pkw-Sparte des niederländischen Herstellers DAF erwarb.
Ein weiterer Grund bestand darin, dass Volvo sich stärker in der Europäischen
Gemeinschaft etablieren wollte.
1972 präsentierte Volvo ein Sicherheitsauto - das VESC (Volvo Experimental
Safety Car). Als Konzept-Auto eröffnete dieses Modell auch einen Blick
in die Zukunft der Modellentwicklung bei Volvo.
Das VESC war ein rollendes Labor, in dem die Ingenieure viele Komponenten
und Konzepte für mehr Sicherheit testeten - z.B. Antiblockiersysteme,
Airbags, Teleskopstoßstangen, um nur einige zu nennen. Viele der mit
Hilfe des VESC-Projekts gewonnenen Erfahrungen flössen später
in die Serien 240/260 ein.
1972 wurde das Technische Zentrum VTC eröffnet.

VESC - Das Volvo Experimental Safety Car.
1973
Die Produktion lief auf Hochtouren, als sich die erste Ölkrise am
Horizont abzeichnete. Der Fertigungstakt war der bisher höchste in
der Geschichte des Unternehmens. Die USA lösten Schweden als wichtigster
Volvo-Markt ab. Kaum jemand rechnete damit, dass eine internationale Rezession
vor der Tür stand.
Größere Stoßfänger wurden in diesem Jahr bei allen
Modellen eingeführt, um dem amerikanischen Standard zu entsprechen.
Die wichtigsten Veränderungen führte Volvo aber im Innenraum ein:
u.a. eine neue Armaturentafel, bei der die wichtigsten Instrumente direkt
im Sichtfeld des Fahrers platziert waren. Das Lenkrad war kleiner und mit
einem rechteckigen Pralltopf ausgestattet
1974
Volvo stellte eine neue Generation von Fahrzeugen vor: den Volvo 240 mit
sechs verschiedenen Modellen sowie das Flaggschiff Volvo 260 mit zwei Modellen.
Diese Fahrzeuge gingen mit einer neuen Front an den Start, die eindeutig
vom Projektfahrzeug VESC inspiriert war. Die Armaturentafel wurde modifiziert,
und die Serie 240 erhielt auch einen neuen Motor des Typs B21 mit obenliegender
Nockenwelle.
Auch die Serie 260 ging mit einem neuen Motor an den Start - einem V6. Der
neue Sechszylinder - B27 - war das erste Ergebnis der Zusammenarbeit von
Volvo mit Renault und Peugeot bei der Entwicklung von Automotoren. Diese
Kooperation wurde 1971 eingeleitet.
Mit der Einführung der Serie 240/260 eroberte Volvo eine Führungsposition
unter den weltweiten Automobilherstellern im Bereich der Sicherheit.
Am 8. Februar weihte Volvo sein Autowerk im schwedischen Kalmar ein: Dieses
Werk unterschied sich von allen übrigen Autowerken der Welt und sah
von oben sternförmig aus. Das Werk Kalmar erhielt weltweit viel Aufmerksamkeit
auf Grund der Fertigungstechnik mit Flurförderfahrzeugen, die die Fahrzeugkarosserien
an den Arbeitsort transportierten. Die Arbeitsorganisation bestand aus kleinen
Arbeitsgruppen.

Die Volvo-Serie 240.
Eine neue Generation.
Das Sicherheitsauto in Serienproduktion.
1975
1975 stellte Volvo zwei neue Autos vor: den Volvo 265 und den Volvo 66.
Der Volvo 265 war ein exklusiver Kombi mit Sechszylinder und exzellentem
Komfort.
Mit dem Volvo 66 stieg Volvo in ein für das Unternehmen neues, kleineres
Autosegment ein. Der 66 war die Weiterentwicklung des DAF 66, einem handlichen
Stadtauto mit sog. Variomatic - einem innovativen Automatikgetriebe. Das
Auto wurde in den Niederlanden von DAF gebaut, das im Laufe des Jahres in
Volvo Car B.V. umbenannt wurde.
Der schwedische Automobilverband verlieh Volvo seine Goldmedaille für
Sicherheitsentwicklung, u.a. auf Grund des Tagesfahrlichtes und des innovativen
Hauptbremszylinders.
1976
Die Verkehrssicherheitsbehörden in den USA (NHTSA) erwarben mehrere
Volvo 240, mit deren Hilfe Sicherheitsstandards für alle Neuwagen auf
dem amerikanischen Markt entwickelt und getestet wurden.
Der Volvo 343 aus den Niederlanden gab ebenfalls im Laufe dieses Jahres
sein Debüt - dies war ein völlig neu entwickeltes Auto von Volvo
Car B.V. Mit dem Volvo 343 stieg Volvo in das hart umkämpfte aber wachsende
Mittelklassesegment ein. Das erste Modell war mit einem 1,4 Liter-Motor
und der innovativen Variomatic ausgestattet.
Trotz seiner kompakten Abmessungen bot das Auto innen viel Platz. Die große
Heckklappe und die umklappbare Rücksitzbank erlaubten die effektive
Nutzung des Raumangebots für Passagiere und Zuladung.
In Schweden führte Volvo eine neue Servicegarantie ein - VSG -, die
den Kunden vor unerwarteten Ausgaben in Zusammenhang mit Service und Reparatur
seines Fahrzeugs während der ersten drei Jahre schützte.

Ein wichtiges Ereignis für Volvo war die Einführung des Volvo
343. Mit diesem Modell stieg Volvo in das expandierende Mittelklassesegment
ein.
1977
Volvo feierte seinen fünfzigsten Geburtstag und stellte dazu ein
Spezialmodell des 240 vor. Dieses Fahrzeug hatte eine Silbermetallic-Lackierung
mit speziellen schwarzen und goldenen Dekoreinlagen. Auch das Volvo 262
Coupe hatte im Laufe dieses Jahres seine Premiere - ein wirklich exklusives
Auto, das in Zusammenarbeit mit dem italienischen Karosseriedesigner Bertone
entwickelt war. Exklusiv waren auch die Ledersitzanlage, die Klimaanlage,
Fensterheber, elektrisch verstellbare Sitze und eine elektrische Radioantenne.
Der Motor des Coupes entsprach dem anderer Modelle des Volvo 260 - der B27
leistete als V6 140 PS.
Das vorgeschlagene Zusammengehen von Volvo und Saab-Scania stand im Mittelpunkt
der Diskussionen dieses Jahres. Volvo zog diesen Vorschlag letztendlich
zurück, da das Management von Saab-Scania an der Idee nicht interessiert
war.

Das Volvo 262 Coupe. Entworfen im Designstudion von Bertone in Italien.
1978
Anfang der 70er Jahre erhielt die Pkw-Sparte von Volvo größere
Unabhängigkeit von der Konzernmutter. Ein weiterer wichtiger Schritt
erfolgte in die gleiche Richtung im Rahmen der Umorganisation von Volvo
Cars zu einer Tochtergesellschaft, der Volvo Car Corporation, die Häkan
Frisinger als Vorstandsvorsitzender leitete. Zum ersten Male stieg der Absatz
der Pkw-Division über 10.000 Mio.SEK, was ca. 54% des Gesamtumsatzes
des Volvo-Konzerns ausmachte.
Mehrere Verbesserungen beim Exterieur, neue Versionen und noch besseres
Fahrverhalten kennzeichneten die neuen Modelle des Modelljahres 1979. Volvo
stellte auch einen 343 mit Schaltgetriebe vor. Wichtigste Neuheit war jedoch
der Sechszylinder-Dieselmotor (von VW), den Volvo ab 1979 mit in sein Programm
autnahm.
1978 schlug der Volvo-Vorstand ein umfassendes Jointventure-Projekt mit
Norwegen vor.
Nachdem die Mehrheit der Aktionäre von Volvo diesen Vorschlag jedoch
abgelehnt hatte, entschied sich der Vorstand von Volvo, diese Pläne
nicht weiter zu verfolgen.

In den USA erhielt Volvo 1977 die angesehen Auszeichnung "Award for
excellence in air pollution control" für die Entwicklung der Lambda-Sonde.
1979
Im Laufe dieses Jahres fuhr Volvo seinen Fertigungstakt um fast 25% auf
mehr als 310.000 Automobile hoch. Viermillionster Volvo verkauft.
Der französische Hersteller Renault und Volvo unterzeichneten einen
Vertrag über die industrielle Zusammenarbeit, über Forschung und
Produktentwicklung. Einige Jahre lang war Renault mit einem kleineren Aktienposten
direkt an der Volvo Car Corporation beteiligt.
Die Fahrzeuge des Modelljahres 1 980 wurden im August vorgestellt und vom
Markt sehr gut aufgenommen. Zusätzlich zum Sechszylinder-Dieselmotor
wurde die Serie 240 durch ein GLT-Modell mit 140 PS starkem Vierzylinder
erweitert. Die Serie 340 erhielt einen Fünftürer unter dem Namen
Volvo 345 mit 70 PS starkem Motor.
Nach einem problematischen Jahrzehnt hatte Volvo nun die Richtlinien für
eine aggressive Produktentwicklung für die 80er Jahre festgelegt

Eine lang erwartete Entwicklung der Serie 340: Der Volvo 345 als Fünftürer.
80er Jahre
STÄRKER, SCHNELLER, SICHERER
Unter Führung des Leistungsstarken Turbomodells der Serien 240 und
300 verbucht Volvo neue Absatzrekorde
1980
Das erste Automobil mit Turbomotor von der Volvo Car Corporation! Der
Volvo 240 Turbo leistete mit seinem B21 ET-Triebwerk 155 PS und inspirierte
zu einem intensiven Fahrerlebnis, wie es sich Kunden von einem Sportwagen
erwarten.
Alle Ottomotoren wurden mit dem Ziel eines reduzierten Verbrauchs und höherer
Fahrleistungen modifiziert.
Ein 2-Liter-Motor - der B19A - wurde für die Serie 340 mit 95 PS eingeführt.
Im Laufe des Jahres hatte ein neues Konzeptauto Premiere, das VCC (Volvo
Concept Car). Mit diesem Fahrzeug wollte Volvo neue Konzepte und technische
Lösungen im Bereich Energie und Umwelt testen. Dieses Fahrzeug war
beispielsweise anstelle einer traditionellen Armaturentafel mit Bordmonitoren
ausgestattet.
Die Automobilindustrie erlebte allgemein gesehen ein schwieriges Jahr: Die
Nachfrage nach Neuwagen ging in der westlichen Welt - einschließlich
Japan - um ca. 2,4 Millionen Autos auf knapp unterhalb 30 Millionen zurück.
Trotzdem gelang es Volvo, seinen Marktanteil auf dem schrumpfenden Gesamtmarkt
zu verteidigen. Auf einigen Märkten legte das Unternehmen sogar noch
zu - einschließlich in den USA, Großbritannien und Italien.
1981
Am 25. Februar 1981 verließ der einmillionste Volvo für Nordamerika
das Werk im schwedischen Göteborg. Das Jubiläumsauto war ein silberfarbener
240 Kombi. Volvo war jetzt der größte europäische Autoexporteur
in die USA.
Die wichtigsten Neuheiten des Modelljahres 1981 waren die neue Front der
Serie 340, die modifiziert, verlängert und jetzt mit einem integrierten
Spoiler ausgestattet wurde. Auch der Grill war neu, die Scheinwerfer erhielten
größere Reflektoren.
Die neue Front rückte die Verwandtschaft des Modells 340 mit den größeren
Volvo-Modellen stärker in den Mittelpunkt.
Im Laufe dieses Jahres erhöhte der niederländische Staat seine
Beteiligung an Volvo Car B.V. auf 70%, so dass Volvo dort nur noch zu 30%
beteiligt war.

Mit dem leistungsstarken Turbo an der Spitze gelang es Volvo den Absatz
seiner Serie 240 und auch der Serie 300 erheblich zu steigern.
1982
Am 2. Februar 1982 präsentierte Volvo der staunenden Öffentlichkeit
ein völlig neues Modell - den Volvo 760. Das neue exklusive Flaggschiff
wurde auf Pressekonferenzen präsentiert, die gleichzeitig in ganz Europa
stattfanden. Hinsichtlich Styling, Qualität und Sicherheitstechnologie
war dieses Auto seiner Zeit voraus. Der 760 ging mit zwei verschiedenen
Motoren an den Start - mit dem Sechszylinder B28E Ottomotor und einem neuen
Sechszylinder-Turbodiesel, dem TD24. Mit dem TD24 beschleunigte der Volvo
760 GLE in 13 Sekunden von 0 auf 100 km/h, damals war dies eines der schnellsten
Dieselfahrzeuge weltweit. Die in den Niederlanden gebaute Serie 300 erhielt
ebenfalls eine neue Innenausstattung und Amaturentafel, größte
Neuheit war jedoch der 360 GLT mit dem bereits bekannten Motor B1 9E - einem
2-Liter-Motor, der auch mit computergesteuerter Kraftstoffeinspritzung ausgestattet
wurde.
Im Oktober hatte das Karosseriewerk von Volvo in Olofström Karosserieteile
für 5 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Die meisten dieser Karosserien
waren Pkw-Karosserien, aber das Werk Olofström lieferte auch seit Fertigungsbeginn
dort im Jahre 1927 Komponenten für Lastwagen, Omnibusse und andere
Spezialfahrzeuge.

Der Volvo 760 GLE. Nach jahrelanger intensiver Entwicklung stellte Volvo
eindlich ein von Grund auf neues Modell vor: Wegweisend in der Linienführung,
aber durch und durch mit echter Volvo-Qualität.
1983
Im Jahre 1983 war Volvo mit drei Baureihen optimal positioniert.
Obwohl der Automobilmarkt generell auf eine Rezession zusteuerte, konnte
Volvo praktisch auf jedem Markt noch zulegen.
Innerhalb eines Jahres kletterte die Produktion um 54.000 Fahrzeuge und
erreichte einen neuen Rekordwert von 372.400 Automobilen.
Der Volvo 760 GLE war jetzt auch mit einem 2,3-Liter-Turbomotor lieferbar.
Auch die Serie 240 wurde durch einen Kombi mit Turbomotor ergänzt,
der die gleichen Fahrleistungen, das gleiche Fahrvergnügen und den
gleichen Komfort bot wie die entsprechende Limousine.
Die Serie 300 wurde durch eine Limousine mit verbesserter Aerodynamik ergänzt.
Das Spitzenmodell der Serie 300 - der 360 GLT - erhielt einen neuen, stärkeren
Motor, der eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,5 Sekunden bot.
Volvo stellte ein Zukunftsprojekt vor - das LCP 2000 (Light Component Project).
Diese vier Konzeptfahrzeuge fanden international großes Interesse,
auf Grund der wegweisenden Werkstoffe, ihres Designs und des niedrigen Kraftstoffverbrauchs.

Der Volvo 760 GLE. Ein komfortabler und sicherer Fahrerplatz, wo alle Schalter
und Bedienelemente optimal platziert sind.
1984
Auftritt eines neuen Mitglieds der Serie 700 - Premiere für den Volvo
740. Die ersten beiden Modelle - der GLE und der Turbo -verstärkten
das Volvo-Programm. Der Volvo 740 wurde mit Motoren mit niedrigerer innerer
Reibung ausgestattet. Der Volvo 740 GLE erhielt einen 2,3-Üter-Vierzylinder
mit unterbrecherloser Zündung. Der Volvo 740 Turbo ging mit einem 2,3-Liter-Motor
an den Start, der 182 PS leistete - mit Turboaufladung und Ladeluftkühler.
Die Serie 240 wurde auch durch einen Sechszylinder-Diesel mit 2,4 Liter
Hubraum ergänzt.
Modelloffensive und Engagement der Volvo Car Corporation unterstrichen auch
ein umfassendes Investitionsprogramm in Höhe von 20.000 Mio.SEK für
die 80er Jahre.
Ende des Jahres 1983/84 trat Roger Holtback die Nachfolge von Häkan
Frisinger als Vorstandsvorsitzender der Volvo Car Corporation an. Frisinger
übernahm den Aufsichtsratsvorsitz der Muttergesellschaft AB Volvo.
1985
Ein Jahr voller aufregender Automobilneuheiten: Der Volvo 780 hatte Premiere
- ein neuer exklusiver Zweitürer, den Volvo zusammen mit Carrozzeria
Bertone in Turin, Italien, entwickelt hatte, wurde der Weltöffentlichkeit
auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt
Volvo Car B.V. aus den Niederlanden stellte den Volvo 480 ES vor - einen
Viersitzer mit sportlichem Styling und dem ersten Frontantrieb von Volvo.
Eine neue Kombi-Generation erlebte ihre Premiere: die Kombimodelle Volvo
740/760. Volvo bot jetzt für alle Modellkategorien auch einen Kombi
an - vom Volvo 740 GL Kombi bis hin zum exklusiven 760 GLE Kombi.
Verkaufs- und Stückzahlen stiegen zum sechsten Male hintereinander
an und erreichten fast 400.000 Automobile.
Volvo begann die Planung eines neuen Autowerks im schwedischen Uddevalla,
ca. 80 Kilometer nordwestlich von seinem Heimatwerk Göteborg. Das europäische
Werk von Volvo im belgischen Gent feierte sein 20-jähriges Jubiläum.

Der volvo 780. Neues Flaggschiff von Volvo - etntickelt mit Bertone.
1986
Motoren mit Katalysatoren und Lambda-Sonde wurden auf mehreren europäischen
Märkten vorgestellt. Zu weiteren Motorneuheiten gehörte ein verbesserter
V6 - der B280 - und der B230K wurde u.a. mit einer mikroprozessorgesteuerten
Zündung verbessert, die für höhere Fahrleistungen bei gleichzeitig
reduziertem Verbrauch sorgte. Großartig Volvo!
Das Unternehmen übertraf sein anvisiertes Ziel von 100.000: mehr als
117.000 Kombis wurden 1986 gebaut. Seit Produktionsbeginn der Volvo-Kombi
im Jahre 1980 hatte sich die Produktion dieses Fahrzeugtyps mehr als verdoppelt,
und Volvo war jetzt mit Abstand der größte Hersteller von Kombimodellen
in seinem Segment.
Volvo stellte auch eine umfangreiche Palette von Kindersicherheitszubehör
vor -einschließlich eines entgegen der Fahrtrichtung zu montierendem
Kindersitzes für Kinder bis zu vier Jahren. Der Volvo-Verkehrssicherheitspreis
- auf 500.000 SEK dotiert - wurde zum ersten Male verliehen. Im gleichen
Jahr nahm die Volvo Car Corporation einen richtungsweisenden Windkanal in
Betrieb, in dem Tests bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h simuliert
werden können.

Der Volvo 480. Sportliche Optik und komfortables Interieur.
1987
Eine neue Generation des Volvo 760 rollte an. Am auffälligsten war
die Karosserie mit fließender Linienführung. Die geteilte Hinterachse
sorgte für noch mehr Fahrkomfort bei gleich bleibender Sicherheit.
Eine mikrogesteuerte Klimaanlage unter der Bezeichnung ECC (Electronic Climate
Control) setzte beim inneren Komfort neue Maßstäbe.
Schiebedach, automatische Niveauregulierung, Fensterheber, elektrisch verstellbare
Rückspiegel und eine Zentralverriegelung waren serienmäßig
bei der zweiten Generation des Volvo 760. Die Fertigung dieses Flaggschiffes
wurde auf das Werk Kalmar konzentriert.
Der Volvo 780 erhielt ebenfalls die neue Hinterachse und Klimaanlage. Ein
Anti-blockier-Bremssystem (ABS) war sowohl für den Volvo 740 als auch
für den Volvo 480 auf Wunsch verfügbar. Der Volvo 480 wurde mit
Katalysator ausgestattet und rollte auch als Turbo an den Start.
Der Volvo 340/360 erhielt ebenfalls einen Katalysator. Auf Wunsch waren
für den Volvo 360 auch Servolenkung und Klimaanlage lieferbar.
1988
Der Volvo 440 - ein außerordentlich wichtiges Fahrzeug für
das Mittelklassesegment -wurde von Volvo Car B.V. in den Niederlanden entwickelt.
Fahrverhalten und Sicherheit wurden besonders von der Fachpresse gerühmt,
wie auch das großzügige Raumangebot im Inneren.
Der Genfer Automobilsalon präsentierte auf dem Volvo-Stand einen agilen
Newcomer - den Volvo 740 GLT mit zwei Ausgleichswellen, 16 Ventilen und
einer Leistung von 1 59 PS mit Katalysator.
Ein dreiwöchiger Streik in Schweden bewirkte zum ersten Mal in den
80er Jahren sinkende Absatzzahlen, insgesamt produzierte Volvo etwas mehr
als 400.000 Automobile.
Das neue Endmontagewerk in Uddevalla ging in Betrieb. Im Stammwerk Göteborg-Torslanda
liefen umfangreiche Umrüstarbeiten an, den Anfang machte eine völlig
neuartige Lackiererei

Modelloffensive - angeführt vom Volvo 440.
1989
Im Laufe des Jahres präsentierte Volvo mehrere Produktneuheiten:
Die Serie 740 erhielt ein Facelift, deutlich zu unterscheiden waren jetzt
zwei verschiedene Fronten - die des 740 GL/GLE und die des GLT/Turbo.
Eine neue Generation von Turbomotoren mit kompakteren, effizienteren und
wartungsfreundlicheren Turboladern.
Der bisher stärkste Motor von Volvo überhaupt - der B204GT-ein
2-Liter-16-Ventiler mit 200 PS - rollte in Italien und anderen Märkten
an den Start.
Im Herbst erweiterte Volvo seine Serie 400 durch ein Limousinenmodell des
440. Beide Modelle unterschieden sich geringfügig im Styling, erhielten
aber den gleichen Motor und das gleiche Fahrwerk.
Die Sicherheitskonferenz (Experimental Safety Vehicle Conference) in Göteborg
war das Forum, auf dem Volvo nicht nur ein Seitenaufprall-Schutzsystem,
sondern auch eine in die Rücksitzbank integrierte Sitzerhöhung
für Kinder vorstellte. Die Sicherheitsarbeit der Volvo
Car Corporation wurde im gleichen Jahr zweimal international ausgezeichnet.
Nils Bohlin - Entwickler des Dreipunkt-Sicherheitsgurtes -wurde in die "American
Safety and Health Hall of Farne" gewählt, die mechanischen Gurtstraffer
wurden durch den britischen Preis des Michael Road Safety Award ausgezeichnet.
![]()
Der neue Volvo 740 GLE: Neue fiefere Front mit abgerundeter Linienführung.
90er Jahre
EIN AUTO, VIER WELTNEUHEITEN
Ein vollständig neuer und ganz anderer Volvo wurde im Juni 1991 der
Öffentlichkeit vorgestellt: Der Volvo 850. Ein dynamisches Automobil
mit vier Innovationen.
1990
Im Herbst 1990 stellte Volvo die Modelle 940/960 vor.
Der Volvo 960 erhielt einen neu konstruierten Antriebsstrang mit 3-Liter-Reihen-Sechszylinder
und automatisch gesteuertem Automatikgetriebe. Der neue Motor -B6304F -
hatte oben liegende Nockenwellen, 24 Ventile und leistete 150 kW (204 PS).
Volvo verlagerte damit im Prestigesegment seine Position weiter nach vorn.
Der Volvo 960 löste als Flaggschiff den 760 ab.
Der Volvo 940 entsprach vom Styling her dem Volvo 960, war aber mit Vierzylindermotoren
ausgestattet und als GL, GLT und Turbo verfügbar.
Der Volvo 940 ersetzte sämtliche Varianten des Volvo 740 mit Ausnahme
des Grundmodells Volvo 740 GL.
Die Sicherheitsgurte der Vordersitze des Volvo 960 waren serienmäßig
mit Gurt-straffern ausgestattet. Auf Wunsch war auch ein Fahrerairbag lieferbar,
in der Limousine waren Dreipunkt-Sicherheitsgurte und verstellbare Kopfstützen
serienmäßig. Ein einzigartiger Kindersitz - in die Mittelarmlehne
integriert - setzte bei der Kindersicherheit ebenfalls neue Maßstäbe.
Die Volvo Car Corporation erhielt eine weitere Auszeichnung für ihre
Sicherheitsentwicklung in Form des "Prince Michael Road Safety Award"
für die beste technische Innovation im Bereich der Sicherheit sowie
den Autocar & Motor Award für die beste Sicherheitstechnik. Beide
Auszeichnungen wurden Volvo für den in den Fond integrierten Kindersitz
der Modelle 940/960 verliehen.
Renault und Volvo unterzeichneten einen Vertrag über die Zusammenarbeit
bei der Entwicklung von Personenwagen, Lastwagen und Omnibussen.

Der neue Volvo 760. Exclusive Ausstattung für ein Maximum an Fahrkomfort
- nicht zuletzt aufgrund der wegweisenden Multilink-Hinterradaufhängung.
Die weich abgerundete Front verleiht dem Volvo 760 sein unverwechselbares
Profil.
1991
Im Juni 1991 präsentierte die Car Corporation ein völlig neues
Modell - den Volvo 850 GLT, unter der Devise "Ein dynamisches Auto
mit vier einzigartigen Innovationen".
Diese vier Innovationen waren: der quer eingebaute Fünfzylinder; die
Deltalink-Hinterachse, die die Vorteile einer ungeteilten Achse mit denen
einer Einzelradaufhängung kombiniert; der integrierte Seitenaufprallschutz
SIPS sowie die Gurtrolle mit automatischer Höhenverstellung.
Der Volvo 850 GLT verkörperte bis dahin das größte einzelne
industrielle Projekt von Volvo und war der erste Schritt zu einer neuen
Fahrzeuggeneration.
Zu weiteren Neuheiten des Jahres 1992 gehörten das Seitenaufprallschutzsystem
für die Modelle Volvo 740, 940 und 960, eine neue Kopfstütze,
eine verbesserte Sicherheitslenksäule sowie längere Wartungsintervalle.
Der hohe Sicherheitsstandard von Volvo-Automobilen wurde im Laufe dieses
Jahres ein weiteres Mal bestätigt: Zwei amerikanische Unfallstudien
- vom Versicherungsinstitut "Insurance Institute for Highway Safety"
und andererseits vom Institut "Highway Loss Data Institute" -
stuften Volvo als das sicherste Fahrzeug des Marktes ein.
Das Werk Gent der Volvo Car Corporation in Belgien erhielt die prestigeträchtige
Auszeichnung "Productive Maintenance Excellence Prize" aus Japan
für Verbesserungen bei Organisation, Qualität und Produktivität.
Im Herbst dieses Jahres einigten sich die niederländische Regierung,
die Volvo Car Corporation und die Mitsubishi Motors Corporation über
die Bildung eines gemeinsamen Unternehmens - NedCar -, an dem jede der Vertragsparteien
mit 33,3% beteiligt war und das die Nachfolge von Volvo Car B.V antreten
sollte
1992
Trotz Rezession und verschärftem Wettbewerb war 1 992 für Volvo
ein ereignisreiches Jahr, wobei dem Volvo 850 GLT eine zentrale Rolle zukam.
Die umfassendste Marketingkampagne in der Geschichte von Volvo lief anlässlich
der Markteinführung des 850 GLT in den USA an - und das Auto wurde
dort auch sehr positiv aufgenommen.
Im Sommer 1992 - nur ein Jahr nach der Vorstellung des Volvo 850 GLT - brachte
Volvo den Volvo 850 GLE heraus.
Dieses Modell war das nächste Mitglied einer neuen und erfolgreichen
Baureihe -ein spannendes Familienfahrzeug auf der Grundlage der gleichen
wegweisenden Technologie wie im Volvo 850 GLT.
Ein fahrfähiges Konzeptmodell - das Volvo ECC (Environmental Concept
Car) - wurde auf dem Pariser Automobilsalon enthüllt.
Die Kombimodelle des Volvo 940/960 erhielten in diesem Jahr eine völlig
neu konstruierte Rücksitzbank mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten und Kopfstützen
in allen drei Positionen - auf Wunsch auch mit integriertem Kindersitz.
Die Allianz Volvo-Renault entwickelte sich weiter: Zwei gemeinsame Organisationen
wurden gegründet - eine für Qualität und eine weitere für
den Einkauf. Auch eine gemeinsame Organisation für die strategische
Produktplanung nahm Gestalt an.

"Herzlichen Glückwunsch Volvo - mit Auszeichnung bestanden".
Es fehlte nicht an Superlativen, als die Presse im Juni 1991 den Volvo 850
GLT testete
1993
Mehrere neue Produkte kamen in diesem Jahr heraus: Volvo präsentierte
den Volvo 850 Kombi auf der Grundlage der gleichen wegweisenden Technologie
des Volvo 850 GLT/GLE. Neu war dabei u.a. das Gepäckraumschutznetz,
das in verschiedenen Positionen mit der umklappbaren Rücksitzbank genutzt
werden konnte. Die vertikalen Heckleuchten profilierten dieses Fahrzeug
direkt als neues Volvo-Modell.
Der Volvo 850 Turbo gab im August seinen Einstand, mit dem bis dorthin stärksten
Volvo-Motor aller Zeiten. Dieses Triebwerk leistete 225 PS, das maximale
Drehmoment betrug bei nur 2.000 U/min 300 Nm.
Die Serie 400 wurde in mehreren Punkten modifiziert, so dass diese Fahrzeuge
sich auch optisch stärker in die Volvo-Familie einfügten. Volvo
verbannte aus Klimaanlagen sämtliche FCKW, so dass die gesamte Modellpalette
einen Schritt zu noch höherer Umweltverträglichkeit tat.
Besonders in Europa breitete sich die Rezession aus, entsprechend sank die
Kaufkraft der Kunden, die Nachfrage nach Neuwagen ging zurück.
Umfassende Rationalisierungen und eine schlankere Produktion bei Volvo führten
zu der Entscheidung, das Endmontagewerk im schwedischen Uddevalla zu schließen.
Mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge waren von der Serie 240 gefertigt worden,
und das letzte Fahrzeug dieser Serie - ein Volvo 240 Kombi - verließ
das Göteborger Stammwerk im Mai dieses Jahres.
Die Richtlinien für eine Fusion mit Renault wurden im September dieses
Jahres vorgestellt, aber zunehmende Zweifel der Aktionäre und Mitarbeiter
führten dazu, dass das Projekt nicht realisiert wurde.
RG. Gyllenhammar und der Volvo-Aufsichtsrat traten zurück, im Januar
1994 wurde ein neuer Aufsichtsrat gewählt.
1994
Weltweit klang die Rezession ab, die Nachfrage nach Autos nahm wieder
zu. Volvo konzentrierte seine Fertigungsressourcen auf das Stammwerk Göteborg-Torslanda
und auf Gent, der Fertigungstakt stieg außerordentlich stark an. Das
Volvo-Werk in Kalmar schloss, und das Stammwerk Torslanda wurde umgebaut,
um den Volvo 850 und den neuen Volvo 960 produzieren zu können. Dies
bedeutete erhebliche Investitionen in das Karosseriewerk, wo jetzt verschiedene
Modelle auf ein und der selben Montagestraße gebaut werden mussten.
Auf dem Genfer Automobilsalon stellte Volvo ein neues Spitzenmodell vor:
den Volvo 850 T-5R mit Fünfzylinder-Turbotriebwerk, das 250 PS leistete.
Eine einfachere Version des Fünfzylindermotors wurde 1995 für
den Volvo 850 vorgestellt: ein 2-Liter-10-Ventiler unter der Bezeichnung
B5202. Dieser Motor leistete 126 PS bei 6.500 U/min. Der Volvo 850 war jetzt
mit Motoren von 126 PS bis fast 240 PS verfügbar.
Der Volvo 850 war auch weltweit das erste Automobil, das mit einem Seitenairbag
ausgestattet wurde, und zwar als Ergänzung zu dem Seitenaufprallschutzsystem
(SIPS). Dieser "SIPS-Seitenairbag" wird seitlich in die Rückenlehnen
der Vordersitze eingebaut und löst dort im Falle eines Seitenaufpralls
aus. Seit seiner Markteinführung im Jahre 1991 erhielt der Volvo 850
mehr als 40 internationale Auszeichnungen. Einer der prestigeträchtigsten
Preise war der Good Design Grand Prize 1994, den Volvo vom japanischen Handels-
und Industrieministerium MITI erhielt.
Eine neue Version des Volvo 960 wurde im Herbst vorgestellt, mit völlig
neuem Fahrwerk, neuem Motor und neuen Getriebevarianten.
Das Styling der neuen Front verlieh dem Fahrzeug ein tieferes Profil und
unterstrich seine Eleganz und Exklusivität. Der 3-Liter-Reihen-Sechszylinder
wurde durch einen kompakteren Sechszylinder ergänzt, den Motor B6254
FS mit 2,5 Liter Hubraum, der bei 5.700 U/min 170 PS leistete. Mit dem neuen
Motor war der Volvo 960 auch mit Schaltgetriebe verfügbar.
Im Volvo-Werk Born in den Niederlanden wurde die Zusammenarbeit von Volvo
und Mitsubishi weitergeführt, und es entstanden zwei ganz unterschiedliche
Fahrzeugmodelle, die jedoch mehrere Komponenten gemeinsam hatten.

Der neue Volvo 960 - innovatives Styling kommuniziert Eleganz und Exklusivität.
1995
Nachdem die Nachfrage nach Automobilen 1994 noch schwach angestiegen war,
stagnierte sie nun. Volvo Cars erzielte jedoch gute Absatzzahlen, außerdem
war das Jahr spannend und ereignisreich. Angesichts des stärkeren Wettbewerbs
präsentierte Volvo eine völlig neue Fahrzeugfamilie und intensivierte
seine Entwicklung neuer Produkte.
Die kompakten Volvo-Modelle S40/V40 -die ersten Ergebnisse des Joint-venture
mit Mitsubishi - erblickten in diesem Jahr das Licht der Welt: Der Volvo
S40 - ein Viertürer - wurde zum ersten Mal auf der Frankfurter IAA
im September vorgestellt, der Volvo V40 - ein praktischer und flexibler
Fünftürer - war Mittelpunkt der Automobilausstellung in Bologna
im Dezember.
Mitsubishi hatte seinen Carisma bereits Anfang dieses Jahres vorgestellt.
Volvo und Mitsubishi bauten jetzt diese unterschiedlichen Modelle gemeinsam
im Werk Born mit Hilfe der gleichen Produktionsausrüstung.
Mit seiner weicheren, fließenderen Linienführung repräsentierte
der vorderradangetriebene Volvo S40/V40 einen Kurswechsel beim Styling der
Autos der schwedischen Marke. Die neuen Kompaktmodelle waren mit drei Motoren
verfügbar: Es gab zwei Vierzylinder-Benziner mit 2,0 und 1,8 Liter
Hubraum sowie einen 1,9-Liter-Turbodiesel. Diese Modelle setzten auch neue
Sicherheitsstandards in der Kompaktklasse - u.a. durch die hier wegweisenden
Seitenairbags, die serienmäßig vorhanden waren.
Um Kapazität im Werk Born frei zu machen, stellte Volvo die Produktion
des 480 ein.
Von diesem Fahrzeug waren seit Markteinführung 80.000 Einheiten gefertigt
worden. Der Bestseller von Volvo - der Volvo 850 - wurde in diesem Jahr
durch mehrere

Der Volvo S40 und V40 waren die ersten Modelle der Zusammenarbeit von
Volvo und Mitsubishi.

Neue Modellbezeichnungen- Das System besteht aus drei Buchstaben und zwei
Zahlen:
S = Sedan (Limousine)
V = Versatility (Vielseitigkeit, d.h. Kombi)
C = Coupe od. Convertible
1996
1996 präsentierte Volvo im Rahmen einer dynamischen Produktoffensive
zahlreiche neue Modelle.
Die Fertigung des Volvo S40 und V40 lief auf Hochtouren, und das Fahrzeug
war vor allem in Italien, Deutschland und Großbritannien ein großer
Erfolg. Im November des Jahres wurde die Fertigung des Volvo 400 nach fast
700.000 seit 1985 hergestellten Einheiten eingestellt. Für den Volvo
850 präsentierte Volvo mehrere Neuheiten, u.a. das Modell Volvo 850
Bi-Fuel, das entweder mit Gas oder mit Benzin gefahren werden konnte. Dieses
Fahrzeug erfüllte bereits zu diesem Zeitpunkt die erst für das
Jahr 2000 vorgesehenen Abgasgrenzwerte in Kalifornien. Ein allradangetriebener
Volvo 850 - der Volvo 850 AWD (All Wheel Drive) - ging ebenfalls in die
Produktion.
"Sportlich, elegant, aufregend" - diese Begriffe charakterisierten
das neue Luxus-Coupe von Volvo, den Volvo C70, der auf dem Pariser Automobilsalon
Premiere hatte. Der Volvo C70 war das erste Automobil aus der gemeinsamen
Zusammenarbeit mit der britischen Ingenieursfirma TWR bei AutoNova im neu
eröffneten Werk Uddevalla. Ein Cabriolet dieses Modells Volvo C70 folgte
am Ende des Jahres nach - zehn Jahre, nachdem Volvo sein letztes Coupe vorgestellt
hatte - genau gesagt, den Volvo 780
im Jahre 1985. Der Volvo 780 war genau wie sein Vorgänger - der Volvo
262C - bei Carrozzeria Bertone in Italien gefertigt worden.
Im Laufe der Jahre wurden nur 6.600 Volvo 262C hergestellt, vor allem für
den amerikanischen Markt. Der vielleicht sportlichste Volvo aller Zeiten
war jedoch der P1 800, den Roger Moore in der Fernsehserie "The Saint"
(dt: Simon Templar) fuhr.
Der Volvo 850 - das Auto mit mehr Auszeichnungen als jedes andere in diesem
Jahrzehnt - wurde durch den Volvo S70 und V70 ersetzt, die der Weltpresse
in Nordnorwegen in Kirkenes vorgestellt wurden. Mit mehr als 1.800 Veränderungen,
war dies das umfassendste Upgrade in der Geschichte von Volvo. Das Exterieur
zeichnete sich durch fließendere Formen aus, es entsprach nun stärker
dem neuen Stylingansatz von Volvo. Auch der Innenraum war völlig neu
gestaltet, viele Features aus dem C70 Coupe übernommen. Die Sicherheit
- bereits führend in der Klasse - wurde noch einmal verbessert, u.a.
mit aufgewertetem SIPS-Seitenaufprallschutzsystem, verbesserten Sicherheitsgurten
und einer dreiteiligen Sicherheitslenksäule.
Entsprechend der neuen Nomenklatur wurden die Volvo 960-Limousine und der
Kombi in Volvo S90 und V90 umbenannt.
Gleichzeitig wurde der Innenraum in mehrerer Hinsicht modifiziert
Volvo stellte im September den Zehnmillionsten Volvo her. Das Jubiläumsauto
war ein dunkelgrüner Volvo 960 Royal - endmontiert im Volvo-Werk in
Malaysia.
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Der Volvo 850 Bi-Fuel konnte entweder mit Benzin oder Erdgas gefahren werden.
1997
Die neuen Modelle von Volvo wurden vom Markt sehr gut aufgenommen,
Volvo konnte seinen Absatz auf mehreren Märkten steigern und mehr als
386.400 Fahrzeuge absetzen.
Die Modelle Volvo S40 und V40 - bisher nur in Europa angeboten - wurden
nun auch in Japan und Südafrika eingeführt. In Europa war die
Nachfrage so groß, dass Volvo gezwungen war, Produktionskapazität
von Mitsubishi "auszuleihen", um mit der Nachfrage Schritt halten
zu können.
In diesem Jahr wurden außerdem zwei dynamische und leistungsfähige
Turbovarianten des Volvo S40 und V40 vorgestellt - ein 1,9-Liter-200 PS
starker T4 sowie ein Leichtdruckturbo mit 2,0 Liter Hubraum und 160 PS.
Gerade unter den neuen Käufergruppen dieser Modelle waren diese Turbofahrzeuge
besonders erfolgreich.
Der Volvo S40 und V40 waren jetzt mit Benziner von 1 05 PS bis 200 PS verfügbar
- hinzu kam der 90 PS starke Turbodiesel.
Der 1996 vorgestellte Volvo S70 (Limousine) und V70 (Kombi) bildeten die
Grundlage eines flexiblen Modulsystems, bei dem die Kunden gezielt aus einer
Fülle von Optionen für Antriebsstrang, Innenraum usw. auswählen
konnten. Für die Serie 70 standen zahlreiche Motoren zur Verfügung
- von Fünfzylinder-Benzinmotoren mit 1 26 PS bis hin zu den 250 PS
des R-Modells, Turbodiesel und die schadstoffarmen Varianten des S70 mit
Methanantrieb und der V70 Bi-Fuel.
Kein anderer Automobilhersteller ist so eng mit Kombifahrzeugen verknüpft
wie Volvo. Das erste Modell kam vor vierzig Jahren auf den Markt und trug
in Schweden die Bezeichnung Volvo Duett. Mit dem 1967 vorgestellten Volvo
145 änderte sich der Charakter dieser Kombifahrzeuge vom Transporter
zum komfortablen Familienfahrzeug mit großzügigem Raumangebot.
Im Laufe der Jahre hat Volvo die Vielseitigkeit dieses Fahrzeugtyps immer
weiter entwickelt, Kombis sind heute Fahrzeuge mit elegantem Design, einem
hohen Maß an Fahrvergnügen und exzellenten Fahrleistungen.
Unterstrichen wurde dies auch durch die neuesten Varianten: u.a. den Volvo
V70R, Volvo V70R AWD und Volvo V70 XC.
Anfang des Jahres wurde der allradangetriebene Volvo V70R AWD (All Wheel
Drive) eingeführt, gefolgt vom Volvo V70 XC (Cross Country), der auf
der Frankfurter IAA im September Premiere hatte. Diese Modelle eroberten
vor allem das Herz der Amerikaner, da der V70 XC mit seiner großen
Bodenfreiheit, dem Vierradantrieb und seiner sportlichen Optik eine komfortable
und elegante Alternative zu den Sport-Utility-Fahrzeugen darstellte. Der
Volvo V70 XC wurde mit 2,5-Liter-Leichtdruckturbo vorgestellt, der 193 PS
leistete. In der Regel wurde das Fahrzeug mit Automatikgetriebe ausgestattet,
auf einigen Märkten bot Volvo dieses Fahrzeug aber auch in Kombination
mit einem 2,0-Liter-Motor (225 PS) und Schaltgetriebe an.
Die Produktion des Volvo C70 Coupe lief im Werk von AutoNova in Uddevalla
an, die ersten Fahrzeuge wurden noch in diesem Jahr in Japan, den USA und
Europa ausgeliefert.

Das Volvo C70 Cabriolet. Fließende Linienführung mit starker
Volvo-Identität. Ein klassisches aber unverwechselbares Cabriolet.

In den USA war der Volvo XC70 von Anfang an ein großer Erfolg.
1998
Die Einführung des neuen Volvo S80 Ende Mai war zweifellos für
Volvo der Höhepunkt des Jahres. Im Frühling und Sommer hatten
Journalisten aus aller Welt die Möglichkeit, das Fahrzeug in Westschweden
probezufahren - und die Tester waren begeistert. Der Volvo S80 - das erste
Automobil auf der neuen großen Plattform von Volvo -enthält zahlreiche
technische Innovationen, darunter den Kopf-Schulter-Airbag, das Schleudertrauma-Schutzsystem
WHIPS (Whiplash Protection System), einen quer eingebauten Sechszylinder,
ein integriertes GSM-Mobiltelefon, wegweisende IT-Techno-logie und ist nicht
zuletzt auch mit der ersten Umwelterklärung eines Autos verfügbar.
Im ersten Jahr erhielt der Volvo S80 bereits zahlreiche Auszeichnungen,
einschl. des Prince Michael Road Safety Award für den Kopf-Schulter-Airbag.
Italienische Automobilclubs und das Fachmagazin Automobilia wählten
den S80 zum "The Most Beautiful Car in the World". Diese Auszeichnungen
betonen die Tatsache, dass der Volvo S80 ein typischer Volvo ist - vor allem
hinsichtlich seiner Sicherheit, Qualität, Zuverlässigkeit und
Umweltverträglichkeit, jedoch ein ungewöhnlicher Volvo, dessen
Interieur- und Exterieur-Styling Emotionen wecken.
Der Volvo S80 ist in anderen Worten eine einzigartige Limousine, deren Plattform
nicht nur den Bau eines Limousinenmodells, sondern auch eines Kombis ermöglicht.
Das Fahrzeug wird im Stammwerk Göteborg-Torslanda gefertigt, und bereits
im ersten Jahr wurden 21.800 Autos verkauft.
Die große Nachfrage nach dem Volvo S40 und V40 in Europa bewirkte
das Hochfahren des Fertigungstaktes im Werk von NedCar von 115.000 auf über
150.000 Einheiten.
Die bereits starke Modellpalette wurde durch die Modelle S40 1.8i und V40
1.81 mit Benzindirekteinspritzung erweitert.
Die Benzindirekteinspritzung in den Brennraum bewirkt eine noch effizientere
Verbrennung des Kraftstoffs und senkt damit den Verbrauch. Volvo Cars und
Mitsubishi erwarben nun jeweils die Hälfte des Aktienkapitals an NedCar,
nachdem zuvor der niederländische Staat zu 33% mit beteiligt war.
Auf dem Pariser Automobilsalon erhielten die allradgetriebenen Kombis von
Volvo - die Modelle Volvo V70R AWD, Volvo V70 AWD und Volvo V70 XC - nun
Gesellschaft durch eine allradgetriebene Limousine, den Volvo S70 AWD. Alle
diese Modelle sind mit dem richtungsweisenden "All Wheel Drive"
von Volvo ausgerüstet, das je nach Fahrbahnbeschaffenheit die Antriebsleistung
zwischen Vorder- und Hinterrädern verteilt.
Der Verkauf des Volvo C70 Cabriolet lief ebenfalls im Laufe des Jahres an.
Der C70 ist seit Vorstellung des Volvo Sport im Jahre 1956 der erste offene
Volvo.
Das Endmontagewerk im kanadischen Halifax wurde geschlossen. Dieses Werk
war das erste Endmontagewerk von Volvo im Ausland und wurde 1963 eröffnet.
1998 war auch das Jahr, in dem der letzte Volvo mit Hinterradantrieb das
Werk Göteborg-Torslanda verließ. Die Fertigung der Modelle Volvo
940, Volvo S90 und Volvo V90 (früher Volvo 960) lief Ende des Jahres
aus. Von diesen Modellen waren mehr als 667.000 Einheiten gefertigt worden.
1999
Die Marketingkommunikation von Volvo Cars konzentrierte sich in diesem
Jahr auf die Markteinführung des Volvo S80. Dieses Fahrzeug ging mit
verbesserter Sicherheit und noch mehr Komfort an den Start, u.a. mit Schleudertrauma-Schutzsystem
WHIPS (Whiplash Protection System), einem neuartigen Sitz, der den Insassen
beim Heckaufprall mehr Schutz bietet, und mit dem Kopf-Schulter-Airbag IC
(Inflatable Curtain, der den Kopf beim Seitenaufprall schützt und die
dritte Entwicklungsphase des umfassenden Seitenaufprallschutzsystems von
Volvo SIPS (Side Impact Protection System) verkörpert. Die wegweisende
Multiplex-Bordelektronik kommt nur mit zwei Kabeln aus, die die Steuereinheiten
des Fahrzeugs betriebssicher und effektiv verbinden. Ergebnis: Reduzierte
Verkabelung an Bord, entsprechend höhere Nutzlast, höhere Zuverlässigkeit
und leichtere Einbauvoraussetzungen für Zubehör.
Weitere Varianten des Volvo S80 kamen 1999 auf den Markt: z.B. der T6 mit
einem 2,8-Liter-Sechszylinder, der 272 PS (200 kW) leistet. Neu war auch
der 2,9-Liter-Motor mit 204 PS (150 kW) und 280 Nm. Zwei neue Fünfzylinder
mit 2,4-Liter-Motor waren entweder mit 140 oder 170 PS lieferbar. Der S80
T5 ist mit einem Fünfzylinder 2,0-Liter-Motor ausgestattet, der 226
PS leistet. Der S80 2,0T ist ein Fünfzylinder-Triebwerk mit 2-Liter-Hubraum
und 163 PS. Der S80 2,5 D wird mit einem Dieselaggregat bestückt.
Der S80 Bi-Fuel hat einen Fünfzylinder mit 2,4 Liter Hubraum (140 PS).
Hier kann der Fahrer zwischen Benzin- und Gasantrieb umschalten und entweder
Methan- oder Naturgas tanken. PremAir® ist eine katalytische Beschichtung
des Kühlers, die potenziell schädliches Ozon in der Außenluft
in Sauerstoff umwandelt. Ab Ende 1999 werden sämtliche Kühler
des Volvo S80 mit PremAir® beschichtet, woraus sich große Vorteile
für die Umwelt ergeben.
Das Volvo C70 Cabriolet wurde in Europa eingeführt, Großbritannien
erwies sich schnell als der wichtigste Markt dieses Modells.
Für das C70 Coupe entwickelte Volvo einen neuen 165 PS starken Motor
ohne Turboaufladung. Allein im Jahre 1999 erhielten die Modelle SSO, C70,
S70/V70, 850, S40/V40 und 940/960 über zwanzig verschiedene Preise
und Auszeichnungen.
Der Volvo SSO übertraf seine Absatzziele in Schweden, in den USA, den
Niederlanden und in Spanien.
Die Modelle Volvo S40 und V40 wurden ab September auch auf dem amerikanischen
Markt eingeführt und erzielten dort große Erfolge.
Das Verkaufsziel für das Jahr betrug 7.000 Fahrzeuge, tatsächlich
gelang es Volvo, 1 1.800 Einheiten des S40/V40 zu verkaufen. Volvo Cars
entschied sich, das Nordwerk seines Komponentenherstellers in Olofström
zu verkaufen.

Markante Heckleuchten des Volvo S80.
21. Jahrhundert
DAS V-ZEICHEN
Der neue Volvo V70 - Ein Kombi für das 21. Jahrhundert.
2000
Das neue Jahrtausend läuft für Volvo Cars bestens an: Im Jahre
2000 setzt das Unternehmen 422.100 Fahrzeuge ab - ein Rekordjahr.
Vier neue Modelle wurden vorgestellt: der Volvo V70, der Volvo Cross Country,
Phase II der Mittelklassemodelle Volvo S40/V40 und die neue Limousine, der
Volvo S60. Viele davon sind mit dem neuen Rücksitz ausgestattet, der
im Verhältnis 40/20/40 geteilt ist. Die neue Sportlimousine Volvo S60
wurde von Presse und Käufern exzellent aufgenommen.
Drei neue Konzeptmodelle von Volvo sind außerdem in aller Munde: ACC
- das Adventure Concept Car - eine Version des Cross Country, die einem
Sport-Utility ähnelt. SCC - das Safety Concept Car - ein Auto voller
Innovationen für noch mehr Sicherheit. PCC - Performance Concept Car
- ein Hochleistungsmodell auf der Grundlage des Volvo S60.
Auch im Unternehmen kam es zu großen Veränderungen: Hans-Olov
Olsson
übernimmt die Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden der Volvo Car Corporation.
Der schwedische König Carl XVI Gustav eröffnet das neue Sicherheitszentrum
von Volvo, und die Unfallforschungskommission feiert ihr 30-jähriges
Bestehen. Volvo verkauft seine Beteiligung an NedCar in den Niederlanden
an Mitsubishi. Ende des Jahres erwirbt Volvo Cars den Anteil von TWR in
Uddevalla, wo der Volvo C70 hergestellt wird.
2001
Das Jahr der Verfeinerungen.
Nach der Einführung von mehr neuen Modellen in einem einzelnen Jahr
als je zuvor, konzentrierte sich Volvo Cars im Jahre 2001 auf die Entwicklung
und neue technologische Lösungen. Das Volvo Cars Safety Centre wurde
ebenfalls weiterentwickelt, und Volvo Cars verfügt heute über
modernste Crashtestanlagen, u.a. mit einer neuen mobilen Teststrecke, wo
zwei Fahrzeuge aus beliebigem Winkel in jeder gewünschten Geschwindigkeit
gecrasht werden können.
Das Volvo Ocean Race - die Segelregatta um die ganze Welt - verließ
am 20. September 2001 Southampton.
Vor den Crews der Rennjachten lag eine Strecke von 32.250 nautischen Meilen,
bevor sie im Juni 2002 Kiel erreichen. Das Cannondale-Mountainbike-Team
von Volvo, das die Weltmeisterschaften in diesem Sport seit 1994 dominiert,
konnte an seine Erfolge anknüpfen und nicht zuletzt die Tatsache feiern,
dass ab 2004 das Mountainbiking eine Olympische Sportart ist.
Volvo Cars investiert auch erheblich in die Arbeit mit Schulen zum Thema
Umwelt.
In Barcelona eröffnete Volvo Cars ein neues Design-Center.
Neue Motorengeneration vorgestellt
Eine neue Dieselmotorgeneration wird vorgestellt, diese Triebwerke sind
komplett aus Aluminium gefertigt und entsprechend sehr leicht.
Niedriges Gewicht des Aggregats ist entscheidend für den Kraftstoffverbrauch,
macht sich aber auch positiv beim Handling bemerkbar, da Untersteuerungstendenzen
entgegengewirkt wird.
Die Motoren sind mit Common Rail-Kraftstoffeinspritzung ausgestattet. Dieses
System arbeitet mit einer "Voreinspritzung", die dazu führt,
dass der eigentliche Verbrennungsprozess leichter und leiser abläuft.
Ein neues Turboaggregat mit höherem Ladedruck sorgt für bessere
Beschleunigung und höheres Drehmoment, ohne dass der sparsame Verbrauch
des Dieseltriebwerks beeinträchtigt wird. Die Kohlendioxidemissionen
der neuen Dieselmotorgeneration von Volvo liegen um ca. 30% unter denen
vergleichbarer Ottomotoren.
Die Grundlage des Bi Fuel-Systems von Volvo (doppeltes Tank- und Kraftstoffsystem)
sind die Ottomotoren. Die geringe interne Reibung dieser Motoren trägt
zu noch günstigerem Verbrauch und reduzierten Schadstoffemissionen
bei. Das Umschalten zwischen Gas und Benzin als Kraftstoff erfolgt vollautomatisch,
ohne dass der Fahrer dies feststellt.
Diese Motoren sind entweder für CNG (komprimiertes Erdgas) oder Flüssiggas
(LPG = liquefied petroleum gas) und Benzin optimiert.
Die Abgasemissionen eines Bi Fuel-Motors mit LPG sind völlig frei von
Partikelemissionen.
Diese Motoren für alternative Kraftstoffe ergänzen die neuen Dieselmotoren
von Volvo.
Mit Bi Fuel-Motoren ist es möglich, die Kohlendioxidemissionen um bis
zu 20% zu senken.
Dank einer neuen Konstruktion beanspruchen die Gastanks von Volvo keinerlei
Raum im Gepäck oder Kofferraum.
Vorfahrt: der Volvo S60 AWD
Der AWD-Allradantrieb ist eine Weiterentwicklung früherer Systeme von
Volvo. Herz des Systems ist eine schwedische Entwicklung, die Haldex-Kupplung.
Das neue AWD-System besteht aus einem Hydrauliksystem mit elektronischer
Steuerung. Die Haldex-Kupplung erhält zur Steuerung u.a. folgende Signale:
o Radgeschwindigkeit (Signale von ABS-Sensoren)
o Status der Drosselklappe
o Motordrehmoment
o Motordrehzahl
o Bremssystem
Weitere Vorteile
Das EBA (Emergency Brake System) registriert, wie scharf der Fahrer bremst,
indem es misst, welche Pedalkraft der Fahrer ausübt. So entscheidet
das System, ob der Fahrer eine Notbremsung vornimmt oder nicht.
Registriert das System eine Notbremsung, wird der Bremsdruck automatisch
maximal gesteigert, was den Bremsweg des Fahrzeugs entsprechend verkürzt.
Die Fahrdynamikregelung von Volvo (DSTC) regelt jetzt bis zu Geschwindigkeiten
von 120 km/h und kann auch mit Allradantrieb kombiniert werden.
Volvo stellte auch neue Scheinwerfer mit Gasentladetechnologie vor. Dabei
werden Xenon-Lampen eingesetzt, die ein sehr intensives Licht erzeugen.
Gasentladeleuchten gewährleisten, dass entgegenkommende Verkehrsteilnehmer
nicht geblendet werden, weil der Leuchtkegel automatisch eingeregelt wird.
Ein Sensor registriert, wie schwer das Fahrzeug beladen ist und regelt die
Leuchtweite entsprechend ein.
2002
Der Volvo XC90 - ein echter Sport-Utility -ist das erste Auto dieser
Art, das auch andere Verkehrsteilnehmer mit berücksichtigt. Der Volvo
XC90 wurde ganz gezielt entwickelt, um auch Insassen kleinerer Personenwagen,
Fußgänger und Fahrradfahrer zu schützen.
Dieses Gefühl der Geborgenheit gilt natürlich erst recht für
die Insassen des Volvo XC90. Sein Schwerpunkt ist niedriger als in einem
konventionellen Sport-Utility, was die Gefahr verringert, dass das Fahrzeug
umkippt. Lässt sich ein Überschlag dennoch nicht vermeiden,
sorgt ein speziell verstärktes Dach für optimalen Schutz der
Insassen. Spezielle Sensoren straffen die Sicherheitsgurte, Airbags und
Kopf-Schulter-Airbag lösen aus.
Ein echter Volvo
Der Volvo XC90 ist bis zu drei Sitzreihen verfügbar. Die Sitze in
der dritten Reihe sind für Kinder vorgesehen. Mit viel Aufwand haben
die Sicherheitsingenieure von Volvo sichergestellt, dass die dritte Sitzreihe
genauso sicher ist wie die übrigen zwei. Sämtliche Sitze lassen
sich individuell umklappen, so dass ein Optimum an Flexibilität im
Innenraum gewährleistet ist.
Der Volvo XC90 geht auch mit zahlreichen technologischen Innovationen
an den Start: der Allradantrieb entspricht dem des vor kurzem vorgestellten
Volvo S60 AWD, wurde jedoch den Erfordernissen eines Sport-Utility angepasst.
Der Volvo XC90 ist damit der flexibelste und sicherste Sport-Utility des
Marktes und bietet jede Menge Fahrvergnügen

Volvo XC90 - Die nächste Generation eines Sport-Utility
Wie geht es weiter?
Konzeptfahrzeuge stehen immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit auf den
Automobilausstellungen in aller Welt. Viele Hersteller präsentieren
hier reine Designstudien: Futuristische aber leere Konstruktionen, die
vor allem ein Ziel haben: auf Fotos gut auszusehen.
Ziel der Konzeptfahrzeuge von Volvo ist jedoch immer, neue Designlösungen
und Technologie zu identifizieren und auszutesten.
Volvo Cars arbeitet zurzeit mit drei verschiedenen Konzeptmodellen:
Volvo PCC2 - Performance Concept Car 2. Dies ist ein mittelgroßer
Kombi, der Schwerpunkt liegt hier eindeutig bei den Fahrleistungen: 300
PS und Allradantrieb.
Dieses Konzeptauto hat ein völlig neuartiges Fahrwerk: FOUR-C (Continuously
Controlled Chassis Concept). FOUR-C überwacht, wie das Fahrzeug gefahren
wird und regelt die Dämpfung automatisch ein. 500 Mal pro Sekunde
registriert FOUR-C die Position und den Status jedes Rades. Stellt das
System fest, dass die Räder durchdrehen, wird mit entsprechender
Geschwindigkeit korrigierend eingegriffen.
VOLVO SCC - SAFETY CONCEPT CAR
Ein Konzeptauto mit den Schwerpunkten Design und Sicherheit, bereits vielfach
ausgezeichnet, u.a. von der Fachzeitschrift Autocar in Großbritannien.
Dieses Auto präsentiert nicht nur aktive Sicherheit, sondern auch
eine Fülle von Innovationen für die aktive Sicherheit.
So stellt es beispielsweise sicher, dass der Fahrer/die Fahrerin jederzeit
genau weiß, was um ihn/sie herum geschieht.
Beim Einsteigen in das Volvo SCC registriert ein Sensor die Position des
Fahrers/der Fahrerin und stellt den Sitz entsprechend ein. Anschließend
verstellen sich auch Wagenboden, Pedale, Lenkrad, Schalthebel und Armaturentafel,
so dass die optimale Sitz- und damit Sichtposition für den einzelnen
Fahrer gewährleistet ist. Auf diese Weise hilft das SCC seinem Fahrer,
noch besser aus dem Fahrzeug herauszusehen, nicht zuletzt auch mit Hilfe
der transparenten A-Säulen und Kameras, die auch tote Winkel eliminieren.
Beim Durchfahren einer Kurve leuchten die Scheinwerfer in die Kurve herein,
sie folgen den Bewegungen des Lenkrads mit. Eine
Infrarotkamera identifiziert Hindernisse im Kurs des Fahrzeugs, wie beispielsweise
Tiere auf der Straße. Auch wenn diese noch nicht
von den Scheinwerfern erfasst werden, warnt ein Radarsystem den Fahrer
rechtzeitig. Das Volvo SCC ist auch mit einem neuartigen Sicherheitsgurt
ausgestattet: dem sog. X4 Criss Cross Belt. , Hierbei handelt es sich
um einen 1 Vierpunkt-Sicherheitsgurt, der genauso viel Komfort bietet
wie der Dreipunktgurt. Das Fahrzeug ist auch mit einem externen Airbag
vorn ausgestattet, der Fußgänger und Fahrradfahrer beim Aufprall
schützt

Volvo SCC - Safety Concept Car

Die innovative A-Säule des SCC
VOLVO ACC2 -ADVENTURE CONCEPT CAR
Das Volvo ACC2 ist das erste Fahrzeug seiner Klasse, das extreme Fahrleistungen
mit einem Höchstmaß an Komfort, Flexibilität, Sicherheit
und der Möglichkeit verbindet, auch auf schwierigem Gelände
und unter schwierigen Situationen voranzukommen. Triebwerk und Fahrwerk
stammen aus dem Volvo Performance Concept Car.
Das Volvo ACC2 kommt jedoch auch mit härtesten winterlichen Fahrbedingungen
zurecht und bietet weiterhin Handling und Sicherheit eines Hochleistungsautomobils
und entsprechend hohen Fahrspaß.
Das Auto ist ein 2+2-Sitzer mit Rennsportsitzanlage, der Innenraum zeigt
klassische skandinavische Designakzente.
Die Mittelkonsole ist eine Docking-Station für Zubehör, das
Kommunikation und Navigation erleichtert, einschließlich für
den Anschluss eines PDA (Personal Digital Assistant). Dieser PDA dient
dabei gleichzeitig als Mobiltelefon und GPS-Empfänger. Bluetooth-Technologie
gewährleistet, dass dieses System auch dann funktioniert, wenn der
Fahrer seinen PDA mit aus dem Auto nimmt.

Volvo ACC2 Adventure Concept Car.

Blick auf den Innenraum des ACC2.Blick auf den Innenraum des ACC2
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